Die deutsche Nationalmannschaft verlor zwei von bisher drei Spielen © getty

Nach der Russland-Pleite geht das Kölliker-Team optimistisch ins Schweden-Spiel. Hospelt fordert "Kopf ausschalten und Gas geben".

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Alexander Barta hielt kurz inne, wischte sich den Schweiß von der Nase.

"Die Enttäuschung ist schon sehr groß", sagte der deutsche Nationalspieler mit gesenktem Kopf.

Dann richtete er sich auf und ergänzte: "Wenn wir gegen Schweden so eine Leistung zeigen wie gegen Russland, dann haben wir durchaus eine Chance."

Kaum stand das 0:2 gegen den Rekordweltmeister und damit die zweite Niederlage im dritten Vorrundenspiel bei der 76. Eishockey-WM fest, blickten die Spieler von Bundestrainer Jakob Kölliker auf die nur 22 Stunden später folgende Partie gegen den Co-Gastgeber (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de).

Einstellung stimmt

Nach der verpassten Sensation bemühten sie sich, das Positive aus der Partie herauszufiltern.

"Die Einstellung, die Laufbereitschaft und der Wille haben gestimmt", meinte der Schweden-Legionär und Daniel Pietta stimmte ein: "Wenn wir die Leistung weiter bringen, werden wir noch Spiele gewinnen."

Kein Platz für Superstars

Die Mannschaft stemmte sich vom Auftaktbully weg geschickt gegen den Angriffswirbel der "roten Maschine" und ließ der mit den Superstars Jewgeni Malkin und Pawel Dazjuk gespickten Sbornaja kaum Raum zur Entfaltung ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

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"Wir wollten ihre Kreise einengen und auf Konter gehen", sagte Kölliker. "Das haben wir größtenteils gut, aber nicht immer umgesetzt."

Abschlussschwäche kostet Punkt

Vor allem die Schwäche im Abschluss verhinderte, dass die deutsche Mannschaft zumindest ein kleines Erfolgserlebnis in die schwere Aufgabe gegen Schweden mitnahm.

"Kein Tor geschossen zu haben, ist das Schmerzhafte an diesem Eishockeyspiel", führte der Bundestrainer aus, fand aber auch hierbei Positives. "Es soll auch schmerzen, das ist Teil des Prozesses."

[kaltura id="0_8ksrdf4z" class="full_size" title="Gegen Schweden Ein Tor muss her"]

Greilinger steht Pfosten im Weg

Chancen hatten sich der Kölliker-Truppe geboten. Aber auch vier Überzahlsituationen reichten nicht, um ein Tor zu erzielen. Auch weil bei Thomas Greilingers Schuss der Pfosten im Wege stand. Alles andere fischte Keeper Semjon Warlamow weg.

"Wir hatten jede Menge Schüsse im Powerplay. Der Greili einen an den Pfosten, der Schubi zwei von der Mitte, dazu noch von Reimer einen One-Timer aus einer richtig guten Position, Fischis One-Timer", zählte Kai Hospelt auf.

Kölliker vermisst letzte Überzeugung

Allerdings fand der Wolfsburger Stürmer noch Verbesserungsmöglichkeiten. "Wir müssen schauen, dass wir Leute vors Tor bekommen. Auf dem Niveau sind die Torhüter brutal stark. Da reichen nicht nur gute Schüsse, da brauchen wir auch Verkehr vor dem Tor und müssen nachhelfen. Dann gehen die Schüsse auch von alleine rein."

Der Bundestrainer hingegen vermisste die letzte Überzeugung zum Tore schießen, die Überraschung im Angriff und die letzte Konsequenz.

Dennoch wolle er "das Gute mitnehmen und da gab es Einiges".

Schweden in Topform

Gegen Schweden gilt es nun für die deutsche Mannschaft den eingeschlagenen Weg beizubehalten - nur muss die Abschlussschwäche behoben werden.

Denn die Skandinavier präsentierten sich in ihren bisherigen drei Auftritten in Topform und sind vom mannschaftlichen Auftreten durchaus noch stärker einzuschätzen als die Russen.

Die Truppe um Kapitän Daniel Alfredsson wirbelte die dänische Mannschaft dermaßen durcheinander, dass es bereits nach 12 Minuten 4:0 hieß.

60 Minuten tolles Eishockey

In die Partie gegen Schweden geht die DEB-Auswahl mit gestärktem Selbstvertrauen ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

Hospelt erkannte: "Wir haben gezeigt, dass auch etwas gegen die Großen drin ist. Wir müssen jetzt den Kopf ausschalten und Gas geben."

Und Christoph Schubert ergänzte: "Wir haben 60 Minuten tolles Eishockey geboten. Mit der Leistung ist gegen jede Mannschaft etwas drinnen. Ob das jetzt nochmal die Russen wären, Kanada, Finnland oder Schweden."

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