Christopher Fischer (l.) spielt seit 2009 bei den Grizzly Adams Wolfsburg © getty

Deutschland wehrt sich gegen Russland nach Kräften und stellt Superstar Malkin kalt, lässt aber alle Chancen liegen.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der 76. WM in Stockholm und Helsinki (LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) die erwartete Niederlage gegen Rekordweltmeister Russland einstecken müssen, dabei aber eine deutliche Leistungssteigerung erkennen lassen.

Im 100. Spiel gegen den haushohen Favoriten unterlag die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker mit 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) und zeigte vor dabei eine gute Leistung.

Nikolai Scherdew neun Sekunden vor Ende des ersten Drittels und Alexei Tereshenko (51.) erzielten die Treffer für die Mannschaft von Trainer Sinetula Biljaletdinow ( 553850 DIASHOW: Die Spiele Deutschlands ).

"Uns hat das Tor gefehlt", sagte Kölliker nach dem Spiel bei SPORT1: "Wir haben unglücklich verloren".

Engagiert von Beginn an

"Auf geht?s Deutschland, kämpfen und siegen", skandierten die deutschen Fans hinter dem Tor von Dimitrij Kotschnew, der Dennis Endras ablöste.

Und die deutsche Mannschaft zeigte von Beginn an eine engagierte Leistung, spielte hart gegen den Körper der Russen und ließ die Stars wie Jewgeni Malkin und Pawel Dazjuk erst gar nicht zur Entfaltung kommen.

Malkin mit der ersten Chance

Die Russen benötigten fünf Minuten ehe sie zur ersten Möglichkeit kamen. Superstar Malkin entledigte sich hinter dem Tor seines Gegenspielers Christoph Schubert und zog mit der Rückhand vors Tor, scheiterte dabei aber an Kotschnew.

Und auch die deutsche Mannschaft erspielte sich Chancen, zumal die Russen mit der harten Spielweise der DEB-Auswahl nicht zurecht kam, und die Kölliker-Truppe dadurch Strafzeiten der Russen zog.

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Scherdew mit der Führung

Mit Ende des Drittels, als die Kräfte der Deutschen nach ließen und die Konzentration schwand, mehrten sich die russischen Chancen.

Erst rettete noch die Latte für Kotschnew, neun Sekunden vor Drittelende musste der Keeper dann hinter sich greifen.

Scherdew fälschte einen Schuss Jewgeni Medwedews ab und ließ Kotschnew damit keine Chance ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Marcel Goc haut knapp vorbei

Mit dem Tor im Rücken entfachte die Sbornaja noch mehr Druck, die deutsche Mannschaft brachte die Scheibe kaum noch aus der eigenen Zone.

Die beste Chance bot sich der deutschen Mannschaft daher auch in Unterzahl, als Marcus Kink das Laufduell gegen Alexei Jemelin gewann, vor das Tor von Semjon Warlamow passte und Marcel Goc den Puck nur knapp neben das Tor abfälschte.

Russen zaubern

Mit zunehmender Dauer wurde die russische Mannschaft verspielter und versuchte den Puck ins Tor zu zaubern. Das DEB-Team hielt dem Druck jedoch stand und kam selbst zu Chancen.

Florian Ondruschka (35.), zweimal Christoph Ullmann (35.) und Patrick Reimer in Überzahl (38.) verpassten den Ausgleich.

Eine Minute vor Drittelende hatte die deutsche Mannschaft auch noch Pech, als Thomas Greilingers Schuss den Weg durch Warlamows Schoner fand, aber nur den Pfosten traf.

Kotschnew mit tollen Paraden

Mit Beginn des Schlussabschnitts riss Russland das Spiel wieder an sich, aber Kotschnew hielt die Mannschaft mit zahlreichen starken Paraden im Spiel.

Die DEB-Auswahl löste sich jedoch aus der Druckphase und erkämpfte sich ihrerseits einige gut Chancen. Im Abschluss fehlte jedoch die Konsequenz.

Tereshenko macht den Deckel drauf

Im Powerplay beendeten die Russen dann jedoch jegliche deutsche Hoffnung auf einen Punktgewinn. Nach schneller Kombination stand Tereshenko völlig frei vor Kotschnew und brauchte nur noch einschieben.

Die DEB-Auswahl mühte sich bis zur Schlusssirene, trotz zahlreicher Möglichkeiten blieb ihr der Ehrentreffer verwehrt.

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