Dennis Endras (l.) spielt seit 2011 bei Helsingfors IFK © getty

Erste Pleite für Köllikers Jungs: Nach Rückstand schaffen Tripp und Co. den Ausgleich, scheitern aber an der Chancenverwertung.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) einen Rückschlag im Kampf um einen Viertelfinal-Platz hinnehmen müssen.

Im zweiten Vorrundenspiel der Staffel S unterlag die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker gegen Lettland mit 2:3 (0:1, 2:1, 0:1).

Treffer von John Tripp (25.) und Kai Hospelt (33.) reichten der DEB-Truppe nicht, im zweiten Spiel die erste Niederlage zu verhindern.

"Die Letten war sehr schnell", sagte Justin Krüger nach der Partie bei SPORT1: "Wir konnten unsere Physis nicht einsetzen."

Für Lettland trafen Miks Indrasis (12.), Mikelis Redlis (24.) und Alekseijs Sirokovs (53.).

Intensives Spiel

Es war das erwartete intensive und hart geführte Spiel, mit zu Beginn deutlichen Vorteilen auf Seiten der Letten.

Dennis Endras, der erneut das deutsche Tor hütete, sah sich gleich mehr Angriffswirbel des Gegners ausgesetzt wie im gesamten Spiel gegen Italien ( 553850 DIASHOW: Deutschland - Italien ).

Lettland setzte das um, was Kölliker seinen Jungs vorgegeben hatte: Zug zum Tor.

Akdag patzt, Indrasis trifft

Ein Puckverlust von WM-Debütant Sinan Akdag, der wie Daniel Pietta für Andre Rankel und Felix Schütz in die Mannschaft gerückt war, leitete das Gegentor ein.

Den Schuss von Kapitän Janis Sprukts konnte Endras noch parieren, beim Nachschuss von Indrasis war auch er machtlos.

Auch nach dem Gegentor gelang es dem DEB-Team kaum sich aus dem eigenen Drittel zu lösen und den Puck in der gegnerischen Zone zu halten.

Christopher Fischer ärgerte sich nach der Partie: "Wir sind nicht ins Spiel reingekommen - wir haben nicht das umgesetzt was wir wollten."

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Masalskis rettet gegen Akdag

Erst in der 16. Minute hatte Akdag die Chance, seinen Fehler wieder gutzumachen, sein Schuss aus dem Slot parierte Masalskis mit dem Schoner.

Zudem hatte die Kölliker-Auswahl Glück, als Aleksejs Sirokovs den Puck nicht im leeren deutschen Tor unterbrachte. Im Gegenzug hatten die zahlreichen deutschen Fans den Torschrei auf den Lippen, Marcus Kink traf jedoch nur das Außennetz.

Redlis erhöht für Lettland

Wer nach einer Kabinenpredigt von Kölliker mit Beginn des zweiten Drittels erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das 0:2 durch Redlis (24.), nachdem Endras einen Schuss von Sprukts hatte abprallen lassen, war folgerichtig.

Erst der zweite Gegentreffer war das "Hallo wach" für das DEB-Team.

Tripp verkürzt

Nur 98 Sekunden später gelang Tripp der Anschlusstreffer. Nach einem Schuss Kevin Lavallees von der blauen Linie stand der Kölner Stürmer goldrichtig und verwandelte den Abpraller.

Die deutsche Mannschaft wirkte nun aktiver, kam aber weiterhin selten zu guten Chancen.

Hospelt mit dem Ausgleich

Dennoch nutzte sie eine der wenigen durch Hospelt, als er nach feiner Vorarbeit von Philip Gogulla ins leere Tor traf (33.).

Auch die Möglichkeiten der Letten reduzierten sich deutlich, dennoch bot sich NHL-Profi Kaspars Daugavins aus kurzer Distanz die Chance zur erneuten Führung der Letten ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Aber auch der deutschen Mannschaft hatte die Möglichkeit, mit einem 3:2 ins Schlussdrittel zu gehen. Christoph Ullmann fiel im Slot der Puck vor den Schläger, sein Handgelenksschuss sprang von der Latte aber ins Fangnetz.

Drangphase der Letten

Zu Beginn des Schlussabschnitts überstand die deutsche Mannschaft eine Drangphase der Letten, als erst Hospelt - kurioserweise für Sebastian Furchner - und anschließend Thomas Greilinger die ersten Strafen der Partie absitzen mussten.

Zwar bot sich auch dem DEB-Teams durch erneut Ullmann eine Chance (49.), die Letten blieben aber am Drücker, als Verteidiger Florian Ondruschka von den Straubing Tigers wegen Spielverzögerung auf die Strafbank musste - er hatte den Puck unabsichtlich über die Bande gespielt.

Das dritte Powerplay nutzten die schlittschuhläuferisch überlegenen Letten in Person von Sirokovs zum Siegtreffer (53.).

Die deutsche Mannschaft stemmte sich zwar gegen die erste Turnierniederlage - Endras ging für einen sechsten Feldspieler vom Eis - der Ausgleich blieb ihr verwehrt.

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