Der Schweizer Jakob Kölliker ist seit 2011 Trainer der DEB-Auswahl © getty

Jakob Kölliker soll DEB-Sportdirektor werden, damit sportlich freie Hand bekommen. Mit der Entscheidung will er noch warten.

Stockholm - Jakob Kölliker soll der starke Mann im deutschen Eishockey werden und könnte zugleich der vorerst letzte hauptamtliche Bundestrainer sein.

Denn sollte "Köbi" nach der WM in Schweden und Finnland (LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM auf SPORT1.de) den ihm angebotenen Posten des Sportdirektors im Deutschen Eishockey-Bund (DEB) übernehmen, dann vermutlich nur mit der Bedingung, dass er die Entscheidungshoheit im sportlichen Bereich hat.

Und genau das ist seitens des DEB und der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auch so gewünscht.

Das könnte aber bedeuten, dass ein hauptamtlicher Bundestrainer nicht mehr zwingend gebraucht wird.

Aufgaben wie Spielerbeobachtungen fielen dann in den Bereich des Sportdirektors.

Modell wie in Nordamerika?

Vorstellbar ist, dass wie in Kanada oder den USA üblich künftig Cheftrainer nur noch für die Turniere wie WM oder Deutschland-Cup berufen werden.

Gedankenspiele über dieses Modell gibt es schon länger bei DEB und DEL.

"Kein Dogma"

"Das ist sicher eine Option. Der Posten des hauptamtlichen Bundestrainers ist kein Dogma", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Er betonte jedoch auch: "Entschieden ist noch nichts, denn zuerst muss ein Sportdirektor gefunden werden, und der muss dann sein Konzept vorlegen."

Nur die Unterschrift fehlt

Gefunden hat man den Sportdirektor zwar schon, nur unterschrieben hat er noch nicht. Kölliker will sich zunächst voll und ganz auf die Weltmeisterschaft konzentrieren.

"Für mich zählt jetzt nur die WM, da mache ich keine Vertragsverhandlungen", sagte der 58-Jährige, der sich jedoch über das Angebot des Verbandes freut: "Es macht Spaß, in Deutschland zu arbeiten. Ich habe gute Bedingungen vorgefunden."

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Harnos ein "Köbi"-Fan

Vor allem DEB-Präsident Uwe Harnos hat an dem ehemaligen Verteidiger einen Narren gefressen.

"Köbi passt sensationell zu uns. Wir wollen ihn unbedingt halten. Er wird sicher klare Vorstellungen haben, wie die Strukturen künftig aussehen sollen", sagte Harnos.

"Kompetenzteam Sport" entscheidet

Die Entscheidungen über die Posten Bundestrainer und Sportdirektor trifft das Direktorat der Nationalmannschaft, das vom sogenannten "Kompetenzteam Sport" mit den Managern Peter John Lee (Eisbären Berlin) und Charly Fliegauf (EHC Wolfsburg) sowie den ehemaligen Nationalspielern Erich Kühnhackl und Bernd Truntschka beraten wird.

Der Posten des Sportdirektors ist seit der Entmachtung von Franz Reindl, der seitdem im Verband "nur" noch als Generalsekretär fungiert, verwaist.

Es ist auch nicht ganz ausgeschlossen, dass Kölliker nach der WM sogar eine Doppelfunktion übernimmt.

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