DEB-Keeper Dennis Endras (l.) wurde bei der WM 2010 zum MVP gewählt © getty

Das DEB-Team startet gegen Italien erfolgreich in die WM, doch Jakob Kölliker gefällt nicht alles. Die Spieler sind erleichtert.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - "Die Erleichterung ist schon sehr groß", sagte der Torschütze zum 1:0 bei SPORT1 nach dem erfolgreichen Auftakt in die 76. Eishockey-WM mit dem 3:0-Erfolg über Italien (Spielbericht).

"Wir hatten die Chancen. Es hat halt seine Zeit gedauert", beschrieb der Verteidiger die Zeit bis zum ersten Tor. "Vor allem wird der Druck dann auch immer größer. Auch wenn man das sich eigentlich nicht eingestehen will."

Den Druck, als Favorit ins erste WM-Spiel zu gehen, war etwas ganz Neues für die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker. Dennoch meisterte sie es ( 553850 DIASHOW: Deutschland - Italien ).

Auch wenn es nicht besonders ansehnlich war, was die etwas mehr als 1000 Eishockey-Fans im über 13.000 Zuschauer fassenden Globen in Stockholm zu sehen bekamen.

Schütz: "Hauptsache gewonnen"

"Das war sicherlich kein Zauber-Eishockey", meinte Kai Hospelt bei SPORT1. "Aber wir haben unsere Aufgabe gut gemacht, den Sieg uns erarbeitet."

Und Felix Schütz brachte es bei SPORT1 kurz und knapp auf den Punkt: "Hauptsache gewonnen. Alles andere zählt jetzt nicht mehr."

Kölliker übt leichte Kritik

Trainer Kölliker wollte die Dinge, die ihm missfielen, dann aber doch nicht so schnell vergessen. "Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein, mit der Art und Weise nicht", sagte der Schweizer.

Allerdings zeigte Kölliker auch Verständnis. "Das erste Spiel ist immer sehr schwer. Die Italiener hatten nichts zu verlieren, wir konnten fast alles verlieren. Und wenn man wie die Italiener hinten gut steht und die Räume eng macht, wird es für jede Mannschaft schwierig."

Bei den eigenen Aktionen vermisste der Bundestrainer dennoch mehr Tempo und Sicherheit.

[image id="ff5d3925-6453-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

"Wir haben zu kompliziert gespielt, haben unsere Linie aus der Vorbereitung verloren", analysierte Kölliker.

Ullmann glänzt als Vorbereiter

Und auch Torschütze Schubert hatte schnell Verbesserungsmöglichkeiten ausgemacht. "Wir müssen vorm Tor mehr Verkehr machen", sagte der Hamburger ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Der fehlte insbesondere in den ersten zehn Minuten, als die Mannschaft sechs davon in Überzahl spielte. Die verpassten Möglichkeiten blendete die Truppe schnell aus.

"Es hilft ja nicht, zu grübeln. Wir haben weiter gearbeitet, bis sich irgendwann eine Lücke aufgetan hat", sagte der Christoph Ullmann bei SPORT1, der an allen drei Treffern als Vorbereiter glänzte.

"Es war sicherlich nicht alles positiv. Aber wir haben drei Punkte und nehmen nur die positiven Dinge mit. Schließlich haben wir am Ende auch noch in Überzahl getroffen."

[kaltura id="0_or9ixve6" class="full_size" title="DEB Team rei t die blaue Wand ein"]

Bellissimo überragend

Genau dies gelang dem DEB-Team als sich Ullmann nach dem gewonnenen Bully vor dem besten Italiener, Keeper Daniel Bellissimo, positionierte und ihm die Sicht nahm.

"Der Keeper hat überragend gehalten, wenn er die Scheibe sehen konnte. Aber beim Fischi hat er nichts mehr gesehen und schon war sie drin", erklärte Schubert das Erfolgsrezept.

In starker Form präsentierte sich auch Deutschlands Nummer eins Dennis Endras. Zwar wurde der WM-MVP von 2010 kaum gefordert, war aber zu jeder Zeit der sichere Rückhalt.

"Endras hat zwei, drei wichtige Saves gemacht", sagte Kölliker, und Hospelt meinte: "Wir haben hinten gut gestanden, und wenn etwas durchkam stand unser Titan wieder super hinten drin."

Endras beweist sich

Der Keeper, der in den ersten zehn Minuten des ersten Drittels völlig beschäftigungslos blieb, machte bereits Werbung in eigener Sache.

"Ich denke, nach einem Shutout ist es schwer, einen Torhüter auszuwechseln", sagte der Allgäuer bei SPORT1 im Hinblick auf das zweite Spiel am Sonntagabend gegen Lettland (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVE-TICKER und im LIVESTREAM auf SPORT1.de).

Allerdings plagten den Keeper noch aktuellere Sorgen. Das Spiel zur Mittagszeit forderte seinen Tribut.

"Jetzt habe ich einen Mordshunger!", sagte er und verschwand lachend Richtung Kabine.

Weiterlesen