Torschütze Christop Schubert (l.h.) spielt seit 2010 für die Hamburg Freezers © getty

Die Kölliker-Truppe besiegt zum Auftakt deutlich unterlegene Italiener, verpasst es aber, früh für klare Verhältnisse zu sorgen.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Die deutsche Nationalmannschaft ist mit dem so wichtigen Sieg in die 76. Eishockey-WM in Stockholm und Helsinki gestartet ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Die Auswahl von Bundestrainer Jakob Kölliker besiegte zum Auftakt Aufsteiger Italien nach einem glanzlosen, aber dominanten Auftritt mit 3:0 (1:0, 1:0, 1:0).

Christoph Schubert (17.), Patrick Reimer (23.) und Christopher Fischer (46.) erzielten die Treffer für die deutsche Mannschaft, die damit zum dritten Mal in Folge mit einem Sieg in eine WM startete.

"Ich glaube nicht, dass wir heute spielerisch zum Erfolg kommen, es braucht eine Arbeitsleistung", hatte Kölliker noch vor der Partie am SPORT1-Mikrofon gesagt. Und der Bundestrainer behielt recht.

Konsequenz fehlt

Die deutsche Mannschaft begann im spärlich besetzten Stockholmer Globen aggressiv und übte Druck im italienischen Drittel aus. Allerdings fehlte dem dominanten Auftreten der DEB-Auswahl der letzte Schuss Konsequenz.

"Das Auftaktspiel ist immer ein schwieriges Spiel. Wir taten uns lange Zeit schwer. Wir wussten um die Schwierigkeit. Italien ist ein unangenehmer Gegner. Aber wir haben die Tore regelmäßig geschossen", erklärte Kölliker bei SPORT1.

Die Italiener konnten zu Beginn nur mit unfairen Mitteln mithalten, drei Strafzeiten in den ersten acht Minuten waren die Folge.

Schwaches Powerplay

Allerdings wusste die Kölliker-Truppe die numerische Überlegenheit nicht zu nutzen. Zumal Azzurri-Keeper Daniel Bellissimo stets auf dem Posten war.

"Es war ein bisschen schwierig. Wir hatten drei Überzahlsituationen in der Anfangsphase und konnten einfach nicht das Tor schießen", meinte Torschütze Schubert zu SPORT1.

Die drei erfolgreich überstandenen Unterzahlspiele machte Italien selbstsicher und der Aufsteiger traute sich mehr zu. Allerdings waren echte Chancen Mangelware.

Die Dominanz der deutschen Mannschaft wurde dadurch aber nur wenig gemindert.

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Schubert trifft zur Führung

Allerdings dauerte es bis zur 17. Minute, ehe Verteidiger Schubert nach Christoph Ullmanns feiner Vorarbeit von hinter dem Tor den Puck mit einem gewaltigen Schlagschuss im Winkel versenkte.

"Die Scheibe ist ganz gut gelaufen und wir hatten ein paar gute Chancen. Zum Schluss waren wir glücklich, dass das Tor gefallen ist und dann hat alles seinen Lauf genommen", betonte Schubert: "Der Sieg war verdient."

Die Erleichterung nach dem Führungstreffer war bei der deutschen Mannschaft spürbar. Auch wenn die Italiener nicht von ihrem defensiven Spiel abwichen.

"Jedes Tor tut gut und gibt eine gewisse Ruhe. Wir hatten in der Anfangsphase eine Überzahlsituation und dann kam sofort Hektik auf, aber je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr bekamen wir die Partie in den Griff", sagte Kölliker.

Reimer schlägt zu

Drei Minuten nach der Drittelpause erhöhte Deutschlands bester Spieler Reimer für das 2:0. Nach einer Kombination über Philip Gogulla und erneut Ullmann netzte er aus kurzer Distanz ein.

Allerdings machte sich die Kölliker-Auswahl durch Unkonzentriertheiten das Leben selbst schwer.

Schuberts Abspielfehler im eigenen Drittel blieb aber ebenso folgenlos, wie die zweite Unterzahl aufgrund zu vieler Spieler auf dem Eis.

[kaltura id="0_or9ixve6" class="full_size" title="DEB Team rei t die blaue Wand ein"]

Bellissimo sehr stark

Dem meist beschäftigungslosen deutschen Keeper Dennis Endras bot sich selten die Chance, sich auszuzeichnen. Die wenigen gefährlichen Schüsse parierte er glänzend.

Aber selbst in Unterzahl war das DEB-Team gefährlicher als die Italiener, verpasste es aber, das Ergebnis noch im zweiten Drittel hochzuschrauben.

Evan Kaufmann (33.), Reimer (35.), zweimal Kai Hospelt (37.) und Alexander Barta (38.) scheiterten an Bellissimo, der seine Mannschaft im Spiel hielt.

Und dem Keeper boten sich auch im Schlussabschnitt genug Möglichkeiten, sich auszuzeichnen. Hospelts Versuch aus kurzer Distanz (43.) parierte er ebenso wie Florian Ondruschkas Schuss von der Blauen (45.).

Fischer macht alles klar

Bei Christopher Fischers Hammer von der blauen Linie war aber auch dann Bellissimo geschlagen(46.).

Gerade einmal vier Sekunden waren im Powerplay gespielt, als der Wolfsburger Verteidiger Ullmanns dritte Vorarbeit verwertete.

Weitere Chancen ließ die DEB-Auswahl jedoch ungenutzt. Reimer (49.), zweimal Thomas Greilinger (52., 53.), Geburtstagskind John Tripp (58.) und Ullmann (60.) verpassten einen deutlicheren Sieg.

Das Spiel im Stenogramm:

Deutschland - Italien 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)

Tore: 1:0 Schubert (16:16), 2:0 Reimer (22:22), 3:0 Fischer (45:11)

Schiedsrichter: Kurmann (Schweiz), Patafie (USA)

Zuschauer: 1033

Strafminuten: Deutschland 6 - Italien 10

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