Die DEB-Auswahl bejubelt einen der 15 Treffer in den vier Vorbereitungsspielen © getty

Die DEB-Auswahl geht mit großem Selbstvertrauen in den WM-Auftakt gegen Italien. Endras aber "muss auf die Euphoriebremse" treten.

Aus Stockholm berichtet Rainer Nachtwey

Stockholm - Kaum kommt die Sprache auf das ?Was wäre wenn? wiegeln sie ab.

Stattdessen weisen die deutschen Nationalspieler vor ihrem Auftaktspiel der 76. Eishockey-Weltmeisterschaft in Stockholm gegen Italien (Fr., ab 12 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) auf die Qualität im Kader hin.

"Wir haben eine sehr, sehr gute Mannschaft hier. Die Jungs sind alle heiß", sagt Eisbären-Stürmer Andre Rankel bei SPORT1.

Die Absagen der NHL-Verteidiger Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg und Alexander Sulzer? Als hätte es sie nie gegeben.

"Klar, die Ausfälle sind bitter, gerade die Verteidiger Ehrhoff, Seidenberg, Sulzer. Wenn du solche nicht dabei hast, schmerzt das", sagt der verletzte Nationaltorwart Jochen Reimer bei SPORT1.

"Aber mit denen kannst du auch nicht rechnen, wenn sie mit ihren Mannschaften länger in den Playoffs gespielt hätten, wären sie auch nicht zur Verfügung gestanden. Das wäre eine super Ergänzung."

Kölliker verzichtet auf Greiss

Aber nicht nur der die drei NHL-Stars fehlen Bundestrainer Jakob Kölliker in Schweden und Finnland, eben auch Reimer, der zum DEL-Keeper des Jahres ausgezeichnet wurde, sich vor Saisonende aber eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen hatte, die ihn an einer Teilnahme hindert.

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Allerdings sieht der Schweizer auf der Torwart-Position keine Bedenken. Er konnte sich sogar den Luxus leisten, auf Thomas Greiss von den San Jose Sharks zu verzichten.

"Hier kann ich aus dem Vollen schöpfen", sagt der Nachfolger von Uwe Krupp bei SPORT1, der neben dem WM-MVP von 2010 Dennis Endras Dimitri Pätzold und Dimitrij Kotschnew in den WM-Kader berief.

Ohne Kapitän Wolf

Und auch im Angriff hat der Bundestrainer die Qual der Wahl, obwohl mit Michael Wolf der Kapitän der letzten Turniere aufgrund von Kniebeschwerden ausfällt.

"Der Wolfi ist ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Er hat in den letzten Jahren viele und wichtige Tore für uns geschossen. Aber wir haben trotzallem eine tolle Truppe", gibt sich Alexander Barta bei SPORT1 optimistisch.

Und auch Reimer meint: "Ich bin zuversichtlich, dass die Jungs, die nominiert wurden, eine super WM spielen. Ich glaube, wir brauchen uns vor keinem verstecken."

Hospelt die richtige Alternative

Für Wolf müssen nun andere Spieler die Verantwortung übernehmen. Einer, den Reimer dazu auserkoren hat, ist Kai Hospelt (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Der Wolfsburger spielte eine überragende DEL-Saison, war Top-Torschütze der Liga und wurde folgerichtig zum DEL-Spieler des Jahres gekürt.

"Der Kai ist ein Leader-Typ", weiß Reimer aus seiner Zeit mit Hospelt in Wolfsburg. "Er hat auch viele Länderspiele für sein Alter. Ich glaube, dass Kai die richtige Alternative ist."

Trio als Führungsspieler

Zudem stößt mit Marcel Goc zumindest ein NHL-Profi zur Kölliker-Truppe. "Der Marcel hat noch ein anderes Standing wie der Kai, weil er in Nordamerika spielt, auch schon Kapitän bei der WM im eigenen Land war. Die zwei werden die Führungsspieler sein."

[kaltura id="0_w9uj302n" class="full_size" title="SPORT1 bei Dennis Endras zu Hause"]

Christoph Schubert zählt der Bruder des Düsseldorfer Stürmers Patrick Reimer, der in Köllikers 25-Mann-Kader steht, noch dazu. Der Kapitän der Hamburg Freezers verfügt ebenfalls über reichlich NHL-Erfahrung ( 551566 DIASHOW: Die Stars der WM ).

Endras tritt auf Euphoriebremse

Reimer begründet seinen Optimismus auf ein erfolgreiches Abschneiden auch mit den starken Ergebnissen aus der Vorbereitung. Keines der acht Testspiele verlor die DEB-Auswahl nach 60 Minuten.

Gegen Russland, die Slowakei und die Tschechen unterlag die Kölliker-Truppe erst nach Penaltyschießen, zudem setzte es gegen letztere eine Niederlage in der Verlängerung.

"Die Vorbereitung lief eigentlich viel zu gut, da muss man schon etwas auf die Euphoriebremse drücken", sagt Dennis Endras mit einem Lachen bei SPORT1.

Offensiv sehr stark

Auch weil die Offensive laut dem MVP der Heim-WM von 2010 sehr stark aufgestellt ist. "Gegen Weißrussland entschied Thomas Greilinger das Spiel fast allein, dann am nächsten Tag trifft Patrick Reimer gleich dreimal, Christoph Ullmann hat fulminante DEL-Playoffs gespielt hat. Vorne müssen wir uns vor keinem verstecken."

Und dann schiebt er einen Satz nach, der das Selbstvertrauen im deutschen Team verdeutlicht: "Auch nicht vor den Großen."

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