Das Abschiedsspiel im Wellblechpalast wurde mal wieder für eine Showeinlage unterbrochen, und der ewige Eisbär kannte wie in seinen besten Tagen keine Gnade.

Sven Felski ließ Claudia Pechstein einfach stehen, der Mann des Tages zeigte der Eisschnellläuferin im Sprint über 30 Meter seine Kufen.

Auch bei seinem letzten Auftritt bewies der 38-Jährige, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Dennoch ist der Eishockeyspieler Felski Geschichte.

Gänsehaut-Atmosphäre herrschte in Hohenschönhausen, wo der langjährige Profi des deutschen Meisters Eisbären Berlin für die 5000 Zuschauer zum allerletzten Mal seine Schlittschuhe schnürte. Felski war sichtlich gerührt, als er das Eis um 21.50 Uhr endgültig verließ.

"Ich bin absolut überwältigt. Vielen Dank an die Jungs auf dem Eis und die Fans auf den Rängen, die für einen geilen Abend gesorgt haben", sagte Felski.

Zuvor war der Stürmer, der seine Karriere im vergangenen Jahr nach über 20 Spielzeiten und genau 1000 Einsätzen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schweren Herzens wegen Knieproblemen beendet hatte, für die Eisbären Allstars und die von ihm zusammengestellte Nationalmannschaft aufgelaufen.

Fünfmal traf Felski, auch das Siegtor zum 11:7 erzielte der Mann des Tages.

Viele Weggefährten waren beim emotionalen Abschied des Ur-Eisbären dabei. NHL-Star Christian Ehrhoff von den Buffalo Sabres ("Eine einzigartige Karriere geht zu Ende"), Felskis Idol Georg Holzmann ("Sven kann mit Recht stolz auf das Erreichte mit den Eisbären sein") oder ehemalige Berliner Klubkollegen wie Mark Jooris, Florian Busch und Andre Rankel.

Das Spiel war beste Unterhaltung, doch besonders interessant wurde es, wenn Felski "fremdging". Nach dem Duell mit der fünfmaligen Olympiasiegerin Pechstein ("Es ist mir eine Riesenehre, beim Abschiedsspiel vom einzig wahren Eisbären dabei zu sein"), selbst Mitglied bei den Eisbären, drehte der frühere Eiskunstläufer mit Peggy Schwarz auf dem Eis Kringel.

Und das war noch immer nicht alles. Als Felski in eine Rauferei verwickelt wurde, sprang Boxer Arthur Abraham dem sechsmaligen Meister über die Bande zu Hilfe und streckte die Angreifer nieder.

"Sven hat sehr viel für das Eishockey und die Stadt Berlin getan", sagte Abraham.

Das letzte Wort an einem rundum gelungenen Abend hatte dann aber Felski. "Vielen Dank auch an meine Familie, die in all den Jahren meiner Laufbahn zurückstecken musste", sagte er.

Kurz darauf endete die Veranstaltung in der Halle mit einem pompösen Feuerwerk. Felski ging in die Verlängerung. Mit seinen Freunden feierte er bis in die frühen Morgenstunden eine rauschende Party.

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