Nationaltorwart Dennis Endras von Vizemeister Adler Mannheim hat nach seinem gescheiterten Engagement in der nordamerikanischen Profiliga NHL Kritik an den damaligen Verantwortungsträgern geübt.

"Das war alles eine Vetternwirtschaft. Ich hatte nie eine echte Chance", sagte der 27-Jährige der "Sportbild": "Dem Trainer wurde von ganz oben vorgegeben, wen er aufstellen soll."

Endras war 2011 von den Minnesota Wild lediglich im Farmteam, den Houston Aeros, eingesetzt worden, hatte aber auch dort keinen Stammplatz. Schon im Sommertrainingslager der Wild habe sich eine solche Entwicklung angedeutet.

"Als ich nicht einmal in den Testspielen zum Einsatz kam, wurde mir klar, dass man nicht wirklich auf mich setzt", sagte Endras.

Als im November 2011 der finnische Meister IFK Helsinki anfragte, war ein Wechsel die logische Konsequenz:

"Innerhalb von 24 Stunden habe ich mein Auto verkauft, einen Nachmieter für meine Wohnung gesucht und alle Versicherungen gekündigt."

Nach seinem Transfer zu den Mannheimern vor der aktuellen Saison hofft Endras nun auf Erfolge in Deutschland. Die Adler seien "das Bayern München des Eishockeys. Außerdem möchte ich endlich meine erste Meisterschaft gewinnen, mit Mannheim haben wir die besten Chancen."

Nach zwei Spieltagen und dem 6:1-Erfolg am Sonntag gegen Meister Eisbären Berlin führen die Adler die Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) an.

Endras war nach seinen starken Leistungen bei der WM 2010 in Deutschland zum wertvollsten Spieler ("MVP") gewählt und anschließend von Minnesota verpflichtet worden, spielte aber leihweise in der Saison 2010/2011 noch für die Augsburger Panther in der DEL.

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