Dennis Seidenberg gewann 2011 mit den Boston Bruins den Stanley Cup in der NHL © getty

Mannheim steht kurz vor der Verpflichtung der NHL-Stars. Ein Detail fehlt noch. Ein Einsatz am Wochenende ist ausgeschlossen.

Mannheim - Nach Christian Ehrhoff haben sich für die Zeit des Lockouts zwei weitere deutsche NHL-Stars für die DEL entschieden.

Dennis Seidenberg (Boston Bruins) und Marcel Goc (Florida Panther) werden künftig für ihren ehemaligen Klub Adler Mannheim auflaufen, sobald die Kufenracks die Freigabe aus der NHL erhalten haben und letzte versicherungstechnische Details geklärt sind.

Zwischen den Topspielern und dem deutschen Vizemeister ist vertraglich bereits alles geregelt.

"Sobald wir die Transferkarte haben, ist alles in trockenen Tüchern. Ich gehe davon aus, dass das bald der Fall sein wird", sagte Adler-Manager Teal Fowler dem "Mannheimer Morgen".

"Ein enormer Gewinn"

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke freut sich auf die prominenten "Gastarbeiter" sehr: "Dass die besten deutschen NHL-Spieler die Zeit sinnvoll nutzen wollen und in die DEL kommen, ist für die ganze Liga ein enormer Gewinn."

Ein Einsatz von Goc und Seidenberg am Wochenende ist jedoch ausgeschlossen.

Frühestens im Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers am 28. September könnten die beiden NHL-Profis erstmals für Mannheim auflaufen, teilte der Verein mit.

Stürmer Goc sollte bereits am Donnerstag Richtung Deutschland fliegen, Seidenbergs Ankunft ist noch nicht terminiert.

Hecht bleibt in Buffalo

Eine Verpflichtung des zurzeit vereinslosen Stürmers Jochen Hecht wird dagegen unwahrscheinlicher.

"Ich habe mit Jochen Hecht E-Mails ausgetauscht. Er wird erstmal in Buffalo bleiben und sich dort fit halten", sagte Fowler.

Wiedersehen mit den Brüdern

Goc und Seidenberg wählten Mannheim zur Überbrückung des NHL-Lockouts aus, weil sie dort bereits einmal unter Vertrag standen und hier gemeinsam mit ihren Brüdern auflaufen können.

Der 29 Jahre alte Goc hatte bereits zwischen 2001 und 2003 für die Kurpfälzer gespielt und trifft dort auf Bruder Nikolai.

Der 31-jährige Seidenberg (von 1999 bis 2002 in Mannheim) freut sich auf das Zusammenspiel mit Bruder Yannic.

Mannheim "erste Adresse"

Seidenberg, 2011 Stanley-Cup-Gewinner mit den Boston Bruins, hatte bereits unmittelbar nach der Entscheidung der NHL-Klubeigner, die Spieler aufgrund des andauernden Tarifstreits auszusperren, betont, in Mannheim spielen zu wollen.

Auch für Goc, der im Mai als Kapitän der deutschen Nationalmannschaft das WM-Debakel mit Platz zwölf und der verpassten direkten Olympia-Qualifikation nicht hatte verhindern können, war Mannheim die "erste Adresse".

Ehrhoff in Krefeld vorgestellt

Bereits am Dienstag war Nationalspieler Ehrhoff bei den Krefeld Pinguinen vorgestellt worden.

Der Offensiv-Verteidiger von den Buffalo Sabres löste einen wahren Medienrummel aus, allein bei seiner Präsentation waren etwa 40 Journalisten, sechs TV-Teams und etwa zehn Fotografen vor Ort.

"Ich bin richtig nervös und freue mich. Ich werde alles geben", sagte Ehrhoff vor seinem ersten Auftritt am Freitag gegen die Hamburg Freezers.

NHL-Spieler flüchten nach Europa

Inzwischen sind mehr als 40 Stars aus der besten Eishockeyliga der Welt nach Europa "geflüchtet".

Die prominentesten Akteure wie Alexander Owetschkin (Dynamo Moskau) und Jewgeni Malkin (Metallurg Magnitogorsk) schlossen sich Klubs in der osteuropäischen KHL an.

Noch ist offen, wie lange ihr Gastspiel in Europa andauert. Die NHL hat aber alle Vorbereitungsspiele bis einschließlich 30. September abgesagt.

Auch der für den 11. Oktober geplante Saisonstart steht angesichts der Verzögerung und des weiterhin festgefahrenen Tarifstreits auf der Kippe.

Vertrag ausgelaufen

Im Ringen um einen neuen Tarifvertrag zwischen der Spielergewerkschaft NHLPA und den Klubbesitzern war am Wochenende die letzte Frist verstrichen, der alte Vertrag lief damit aus.

Zum dritten Mal in 18 Jahren wurden die rund 700 Kufencracks von der Liga ausgesperrt.

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