Verteidiger Christian Ehrhoff (l.) wechselte 2003 in die NHL © getty

Christian Ehrhoff kehrt aufgrund des NHL-Lockouts wohl als erster Profi in die DEL zurück. Weitere Stars sind auf dem Sprung.

Die vorübergehende Rückkehr von NHL-Star Christian Ehrhoff in die DEL ist so gut wie perfekt.

Am Montag gab der Aufsichtsrat der Krefeld Pinguine grünes Licht für den spektakulären "Gastauftritt" des Nationalspielers, der durch den Lockout in der NHL möglich wird.

Der Verteidiger soll am Dienstagmorgen um 6 Uhr in Deutschland landen und könnte bereits am Freitag im Heimspiel gegen die Hamburg Freezers für die Pinguine auflaufen.

"Bis dahin sollte der Deal über die Bühne gegangen sein, eigentlich kann jetzt nichts mehr schiefgehen", sagte Klub-Pressesprecher Andre Schicks.

Ehrhoff wird unentgeltlich für Krefeld spielen, der Verein muss allerdings die Versicherungssumme stemmen.

Vertrag über drei Monate

"Die ist bei seinem Gehalt nicht unerheblich. Der Aufsichtsrat hat deshalb beschlossen, Fans und Sponsoren über Aktionen an der Finanzierung möglichst zu beteiligen", sagte Schicks. Die Summe soll sich auf 30.000 bis 35.000 Euro im Monat belaufen.

Ehrhoff war 2003 mit den Pinguinen deutscher Meister geworden und danach nach Nordamerika gewechselt.

Der 30-Jährige hat in der NHL für die San Jose Sharks, die Vancouver Canucks und zuletzt für die Buffalo Sabres gespielt. Sein Engagement in Krefeld ist vorerst für drei Monate geplant.

Mannheim plant Verpflichtungen

Beim Vizemeister Adler Mannheim denkt man derweil über die Verpflichtungen der NHL-Cracks Dennis Seidenberg (Boston Bruins), Marcel Goc (Florida Panthers) und Jochen Hecht (vereinslos) nach.

"Es wird jetzt Gespräche geben, in denen die Machbarkeit geklärt werden", sagte Adler-Pressesprecher Matthias Fries.

Seidenberg und Goc würde im Falle einer Einigung in Mannheim jeweils mit ihren Brüdern Yannic und Nicolai auflaufen.

Holzer bleibt in Kanada

Alexander Sulzer steht mit der Düsseldorfer EG in Kontakt. "Wenn wir wissen, wie hoch die Versicherungssumme genau ist, dann suche ich nach einem Sponsor, der sie übernimmt. Wenn ich einen finde, kann es schnell gehen", sagte DEG-Manager Walter Köberle.

Gegen ein Gastspiel in der DEL entschieden sich dagegen Marco Sturm und Korbinian Holzer.

Der vereinslose Stürmer, der mit seinem früheren Klub ERC Ingolstadt in Verbindung gebracht wurde, soll laut "Eishockeynews.de" aus privaten Gründen abgesagt haben.

Der ehemalige Düsseldorfer Holzer muss für das Farmteam der Toronto Maple Leafs in der AHL auflaufen.

Jagr nach Tschechien

Die großen internationalen Stars werden allein aus Kostengründen nicht in der DEL auflaufen. Das tschechische Eishockey-Idol Jaromir Jagr unterschrieb bereits beim HC Kladno in der tschechischen Heimat.

Der Russe Jewgeni Malkin, bester Spieler und Torschütze der WM 2012, schloss sich seinem Heimatverein Metallurg Magnitogorsk an. Malkins Teamkollege Sidney Crosby soll ebenfalls bereits mit europäischen Klubs verhandeln.

NHL-Saisonstart bereits abgesagt

Der für den 11. Oktober geplante Saisonstart in der NHL war am Sonntag abgesagt worden.

Im Ringen um einen neuen Tarifvertrag zwischen der Spielergewerkschaft NHLPA und den Klubbesitzern war zuvor auch die letzte Frist verstrichen, der alte Vertrag lief damit aus.

Zum dritten Mal in 18 Jahren wurden die Kufencracks von der Liga "ausgesperrt". Bereits in den Spielzeiten 1994/95 und 2004/05 hatten sich Liga und Spielergewerkschaft nicht auf einen Arbeitsvertrag einigen können.

Beim ersten Lockout fiel nur ein Teil der Saison ins Wasser, 2004/05 wurde die gesamte Spielzeit abgesagt. Dazu soll es in diesem Jahr nicht kommen.

"Wir werden in den kommenden Tagen in Kontakt stehen. Sollte es hilfreich sein, werden wir uns auch bestimmt noch einmal treffen", kündigte der NHL-Beauftragte Bill Daly an.

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