Der Allgäuer Dennis Endras begann seiner Karriere beim ERC Sonthofen © getty

Nach einer Odyssee kehrt der Nationaltorhüter in die DEL zurück. Beim "FCB des Eishockey" hat Endras ein klares Ziel.

Mannheim - Der große Traum von der NHL ist geplatzt, doch das ist Dennis Endras beinahe egal.

Nach einer Odyssee um den halben Erdball kehrt der Nationaltorhüter nach Deutschland zurück, am Freitag unterschrieb der 26-Jährige bis 2015 bei Vizemeister Adler Mannheim.

"Ich bin happy, dass jetzt alles wieder in geregelten Bahnen ist. Ich habe einen langen Vertrag, und das ist beruhigend", sagte Endras.

Planungssicherheit - genau das vermisste Endras zuletzt. Erst ein Jahr ist es her, dass der beste Torhüter der Heim-WM 2010 den Sprung über den großen Teich wagte.

Doch der Durchbruch bei Minnesota Wild blieb aus, der Goalie wurde zum Farmteam nach Houston weitergereicht, schließlich ließ er sich entnervt zur finnischen Spitzenmannschaft IFK Helsinki ausleihen.

"Ich habe in dieser Zeit viel Neues gesehen, Erfahrungen gesammelt und andere Kulturen kennengelernt", sagt Endras: "Dennoch freue ich mich jetzt, wieder in Deutschland zu sein."

"Es gibt nichts Größeres"

Sein Glück sucht "Eis-Titan" Endras nun also in Mannheim.

Dort ging alles ganz schnell: "Ich musste nicht lange überlegen. Mannheim ist eine Top-Adresse", sagt der Schlussmann ein wenig stolz: "Für einen Eishockey-Spieler gibt es nicht Größeres als diesen Verein. Das ist der FC Bayern des Eishockey. Schon wenn man die Halle sieht, weiß man, dass dieser Klub etwas Besonderes ist."

Den Titel als Ziel

Doch Mannheim, das bedeutet auch hohe Erwartungen. Dennis Endras weiß das.

"Für mich kann es nur ein Ziel geben, und das ist die Meisterschaft", sagt er. Sechsmal holten die Adler bislang den Titel, der letzte ist allerdings schon fünf Jahre her. Vor einem Monat verspielte Mannheim im Finale gegen die Eisbären Berlin einen 2:1-Vorsprung und stand am Ende wieder mit leeren Händen da.

"Der Titel mit Mannheim, das wäre ein Traum", sagt Endras, der ein wenig Aufmunterung gut brauchen kann: Vor zwei Wochen erlebte er bei der WM mit dem 4:12 gegen Norwegen die wohl bitterste Partie seiner Karriere.

Nach Helsinki abgeschoben

Es war der Tief- und Schlusspunkt eines ohnehin verkorksten Jahres.

"Es tut schon ein bisschen weh, wenn man abgeschoben wird", sagt er über seinen geplatzten NHL-Traum in Minnesota. Auch die Houston Aeros in der zweitklassigen AHL waren nicht seine Welt, Dennis Endras suchte nach einem Ausweg.

Im November ging dann alles ganz schnell, der verschmähte Torhüter stieg ins Flugzeug nach Helsinki.

"Mein Auto", erzählt er, "musste ich innerhalb von 24 Stunden verkaufen."

Erholung für Endras

Nun soll endlich Ruhe einkehren für den Allgäuer, der in Mannheim Nachfolger des kanadischen Publikumslieblings Freddy Brathwaite wird.

"Ich trete in große Fußstapfen", so Endras. Doch bevor es soweit ist, darf er noch ein wenig den deutschen Sommer genießen.

In seiner sportlichen Heimat Augsburg ist er bereits angekommen. Die Odyssee scheint vorerst beendet.

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