David Cespiva spielt seit 2011 beim EHC München © getty

In München wird weiter im Oberhaus Eishockey gespielt. Ein österreichisches Brause-Imperium wird Sponsor des neuen EHC Red Bull.

München - An einem Tag, an dem ganz München noch immer wie gelähmt war, verkatert und deprimiert nach dem Debakel des FC Bayern in der Champions League, da schickte ausgerechnet eines der großen Sorgenkinder der Stadt eine aufmunternde Botschaft: Der EHC München hat das drohende Aus für den Standort München in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) durch den Einstieg des Energy-Drink-Herstellers Red Bull abgewendet.

"Das ist die die beste Nachricht des Jahres. Ich bin froh und dankbar, dass wir die Chance bekommen, unsere Arbeit hier in München fortzusetzen und unser Konzept weiter zu entwickeln", sagte der bisherige Sportdirektor Christian Winkler, der im Zuge einer personellen Umtrukturierung gemeinsam mit Claus Gröbner, zuvor kaufmännischer Leiter, die Geschäftsführung übernimmt.

"Ich bin überzeugt, dass wir nun allerbeste Voraussetzungen haben, um sportlich und wirtschaftlich weiter zu wachsen", sagte Gröbner.

Geld für Kurzfristigkeit

Für zunächst ein Jahr wird der österreichische Getränke-Riese den finanziell angeschlagenen DEB-Pokalsieger von 2009 unterstützen, der Verein wird in der Spielzeit 2012/13 unter dem Namen EHC Red Bull München antreten. Damit wiederholt sich die Geschichte vom Scheitern des Eishockeys in München (vorerst) nicht.

Pleitegeier kommt mehrmals

1994 machten die Maddogs München pleite. Nur 27 Spiele, nachdem sie als Hedos München die deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, kam im Dezember das Aus.

Die Barons, die ab 1999 als Lizenz-Nachfolger der Landshut Cannibals in der DEL spielten, gewannen die deutsche Meisterschaft 2000, wurden dann allerdings von der Anschütz-Gruppe nach Hamburg versetzt. Dort spielen sie seit 2002 als Freezers.

Neue Ordnung

Um ein ähnliches Szenario abzuwenden, hat der EHC gleichzeitig Beteiligungsverhältnisse neugeordnet. Alleingesellschafter wird Michael Phillips, nachdem Waldemar Jantz und Jürgen Bochanski, über Jahrzehnte Macher im Münchner Eishockey, sich als Gesellschafter zurückziehen.

Bochanski bleibt dem Verein als Ehrenpräsident erhalten. "Bei Waldemar Jantz und Jürgen Bochanski möchte ich mich für ihr außerordentliches Engagement in den vergangenen Jahren bedanken. Sie haben den erfolgreichen Weg des EHC München in die DEL ausschlaggebend mitgeprägt", sagte Winkler.

Drei Millionen Euro Miese

Hinter dem Verbleib des DEL-Klubs hatte ein großes Fragezeichen gestanden. Die Münchner sollen den Vernehmen nach die vergangene Spielzeit nach dem Verpassen der Playoffs mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen haben.

Die Gesellschafter Jantz, Phillips und Bochanski hatten sich nicht mehr in der Lage gesehen, diese Lücke gemeinsam zu schließen.

Auch ein Einstieg der Landeshauptstadt über eine Tochterfirma wie etwa die Stadtwerke war abgelehnt worden. Zuletzt galt es als wahrscheinlich, dass Zweitligist Schwenningen den EHC samt Mannschaft, Trainer und der 800.000 Euro teuren Lizenz übernehmen würde.

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