Der EHC München muss die bayerische Landeshauptstadt verlassen © imago

Kein Geld in der Kasse, keine Zukunft in der DEL: Die bayerische Landeshauptstadt verlässt die Liga, der EHC zieht wohl um.

München - Die Geschichte wiederholt sich.

Erst machten die Maddogs München pleite, danach verschwanden die München Barons, jetzt macht der EHC München den Laden dicht. Drei Klubs, drei ehrgeizige Versuche, ein Schicksal:

Zum dritten Mal bereits muss die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ihren Standort München aufgeben.

"Das ist ärgerlich", sagt der neue DEL-Kommunikationsdirektor Matthias Schumann, "München ist ein toller Standort, aber offenbar funktioniert Eishockey dort nicht." Es sieht danach aus.

Umzug als einzige Option

Am Montag entschieden maßgebliche Politiker in München: Ein Einstieg der Landeshauptstadt über eine Tochterfirma wie etwa die Stadtwerke komme nicht in Frage.

Angeblich soll über eine Summe von 800.000 Euro gesprochen worden sein - Geld, mit dem keine Profisport-GmbH unterstützt werden soll. Die Reaktion des EHC darauf war ähnlich eindeutig:

"Die Gesellschafter sehen somit zurzeit nur noch die Option eines Umzugs des Klubs, gegebenfalls in Zusammenhang mit einem Eigentümerwechsel."

Schwenningen will EHC übernehmen

Theoretisch hätte der EHC noch Zeit bis zum 24. Mai, um die für die Lizenz erforderlichen Unterlagen bei der DEL einzureichen - doch das werden nun wohl andere tun.

Der bisherige Zweitligist Schwenningen will den EHC übernehmen - Mannschaft, Trainer und die 800.000 Euro teure Lizenz. Der Standort gilt als DEL-tauglich.

Drei Millionen Euro Minus

Die Gesellschafterversammlung der DEL müsste mit einer Mehrheit von drei Vierteln zustimmen, aber daran wird es nicht scheitern. Lieber einen Standort im Schwarzwald als insgesamt nur 13 in Deutschland.

Der EHC München, so ist zu hören, hat die vergangene Spielzeit, die erst seine zweite in der DEL war, nach dem Verpassen der Playoffs mit einem Minus von drei Millionen Euro abgeschlossen.

Die drei Gesellschafter Waldemar Jantz, Michael Phillips und Jürgen Bochanski sahen sich nicht mehr in der Lage, diese Lücke gemeinsam zu schließen.

Kein ganz starkes Engagement

Jantz hatte außerdem seinen Ausstieg angekündigt. Auch Bochanski, über Jahrzehnte ein Macher im Münchner Eishockey, wollte sich nicht mehr so stark engagieren.

"Es ist schwierig, sagen zu müssen: Es hat nicht gereicht", sagte Bochanski der "Süddeutschen Zeitung". Es hat schon früher nicht gereicht. 1994 meldeten die Maddogs Insolvenz an.

Nur 27 Spiele, nachdem sie als Hedos München die deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, kam im Dezember das Aus.

Beispiel Freezers

Die Barons, die ab 1999 als Lizenz-Nachfolger der Landshut Cannibals in der DEL spielten, gewannen die deutsche Meisterschaft 2000, wurden dann allerdings von der Anschütz-Gruppe nach Hamburg versetzt.

Dort spielen sie seit 2002 als Freezers.

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