Christoph Ullmann (o. mit Nastiuk) wechselte 2011 von Köln zurück zu den Adlern © imago

Adler-Torjäger Christoph Ullmann glaubt bei SPORT1, dass im Halbfinal-Duell mit Ingolstadt die Abwehr entscheidend sein wird.

Von Rainer Nachtwey

München - Wenn vor der Saison die Titelfavoriten genannt werden, sind die Adler Mannheim immer mit dabei.

Das Team, das sich mit den Eisbären Berlin den Rang als DEL-Rekordmeister teilt, gehört Jahr für Jahr zu den Großausgebern der Liga, der Kader zu den teuersten.

Die Finalserie erreichten die Mannheimer aber zuletzt in der Saison 2006/07, dem Jahr der letzten von fünf Meisterschaften.

Vergangene Saison scheiterten die Kurpfälzer bereits im Viertelfinale an der DEG (DATENCENTER: Das Halbfinale). Diese Hürde nahmen die Adler mit dem am Ende doch souveränen 4:1 in der Best-of-Seven-Serie gegen die Hamburg Freezers (Bericht).

Ullmann lobt die Defensive

"Herauszuheben ist, dass wir gegen Hamburg in fünf Spielen nur fünf Gegentore kassiert haben", sagt Christoph Ullmann im Gespräch mit SPORT1.

"Das ist eine sehr starke Defensiv- und Torwartleistung. Wenn man nur ein Tor pro Spiel kassiert, gibt man sich die Möglichkeit, die Spiele zu gewinnen."

Ingolstadt wartet im Halbfinale

In der Halbfinal-Serie, die maximal über fünf Partien geht, wartet nun der ERC Ingolstadt um Playoff-Toptorschütze Thomas Greilinger (Do., ab 19.35 Uhr LIVESCORES).

Der Nationalspieler hatte sogleich den Mannheimern die Favoritenrolle zugeschoben, obwohl die Oberbayern sich in der Vorrunde vor den Adlern platzierten und alle vier Begegnungen äußerst knapp (5:3, 2:3, 5:2, 2:4) endeten.

Die typischen psychologischen Spielchen vor einer erwartet engen Serie, findet Ullmann.

Ullmann sieht keinen Favoriten

"Das hat der Thomas natürlich clever gemacht", sagt der gebürtige Bayer, der vor der Saison nach drei Jahren Abstecher bei den Kölner Haien nach Mannheim zurückgekehrt war.

"Beide Mannschaften waren die ganze Saison über gleich auf. Dadurch, dass Ingolstadt zu Hause anfängt, ist es für uns etwas schwieriger, weil wir sofort die Reisestrapazen haben, aber ich möchte weder uns noch den Ingolstädtern die Favoritenrolle zuschieben."

Torhüter als Schlüsselspieler

Laut Ullmann werden bei zwei sehr offensivstarken Teams daher die Defensivleistungen inklusive der Keeper entscheiden.

Die Adler können sich dabei auf Fred Brathwaite verlassen. Der Kanadier gehört zu den Besten der Liga und wurde in der Saison 2008/09 nicht nur zum besten Torwart, sondern auch zum besten Spieler gekürt.

"Freddie hat gegen Hamburg einen überragenden Job gemacht und uns zur richtigen Zeit die Saves gegeben, die wir gebraucht haben, um im Spiel zu bleiben. Die Torhüter werden sicherlich eine Schlüsselposition einnehmen."

Chernomaz setzt auf Janka

Bei Ingolstadt baut Trainer Rick Chernomaz wohl weiter auf Markus Janka. Der 30-Jährige ersetzte Ian Gordon im letzten Drittel des zweiten Spiels gegen Düsseldorf und war bei den folgenden drei Siegen starker Rückhalt seines Teams.

Gegen die Adler wird Janka gefordert.

"Beide Mannschaften sind in der Lage, drei, vier Tore zu schießen", prognostiziert Ullmann. "Es wird darauf ankommen, welche Mannschaft kompakter in der neutralen Zone steht, wer seine Hausaufgaben in der defensiven Zone besser macht."

Keine Zeit für die Nationalmannschaft

Während des "knallharten Osterwochenendes" mit Spielen am Donnerstag, Samstag und Montag findet Ullmann nicht einmal Zeit, seine Nationalmannschaftskollegen bei den ersten WM-Tests gegen Russland (Sa. und So. LIVE im TV auf SPORT1 und die Zusammenfassung auf SPORT1.de) zu verfolgen.

"Am Samstag spielen wir zur gleichen Zeit und am Sonntag werden wir wohl grad im Bus sitzen. Ich drücke den Jungs auf jeden Fall die Daumen. Und am Abend werde ich mir die Highlights anschauen", sagt Ullmann.

Mit dem Titel zur WM

Ansonsten ist für den in den Playoffs mit fünf Toren besten Mannheimer Torschützen die Nationalmannschaft weit weg.

"Im Moment fokussiere ich mich allein auf die Adler und die Serie gegen Ingolstadt", sagt Ullmann. "Aber danach würde ich gerne die WM spielen. Wer will das nicht? Die letzten Jahre hat es ja auch immer viel Spaß gemacht und wir waren auch erfolgreich."

Bis er zum DEB-Team stößt, soll es aber noch dauern. Am besten erst nach der Finalserie - mit dem Titel im Gepäck.

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