Kevin Lavallee (l.) mit dem Kölner Doppeltorschützen John Tripp © imago

Nach dem dritten Sieg innerhalb von vier Tagen scheint über der Domstadt wieder die Sonne. Doch der Druck ist nach wie vor groß.

Von Christoph Lother

München - Der Sport ist bekanntermaßen ein schnelllebiges Geschäft.

Das wissen auch die Kölner Haie und in diesen Tagen spüren sie das ganz besonders.

Lagen sie nach zuvor sechs Niederlagen in Folge anfangs der Woche noch am Boden, träumen die Schützlinge von Trainer Uwe Krupp plötzlich mehr denn je vom Erreichen der Pre-Playoffs in der DEL.

Mit einem überraschenden 5:2 bei den Mannheimer Adlern (Bericht) feierten die Domstädter bereits ihren dritten Sieg in vier Tagen und kletterten in der Tabelle dadurch auf den zehnten Platz.

Tripp trifft doppelt

"Natürlich war nach der Negativ-Serie jeder etwas frustriert, aber wir geben niemals auf", zeigte sich Offensivmann Matt Pettinger nach dem Coup der Kölner in der SAP-Arena gegenüber dem "Express" kämpferisch.

Mit einem Tor und zwei Assists hatte der Kanadier maßgeblichen Anteil am 23. Saisonsieg der Haie.

Überstrahlt wurde Pettingers Leistung höchstens noch durch den zweifachen Torschützen John Tripp und den glänzend aufgelegten Schlussmann Danny Aus den Birken (STENOGRAMME: 49. Spieltag).

"Können sehr stolz sein"

"Mannheim hat sehr stark begonnen, aber im Laufe des Spiels sind wir immer besser in die Partie gekommen - wichtig war der schnelle Ausgleich. Das hat uns Selbstbewusstsein gegeben", resümierte Krupp.

Zumal sich der ehemalige Bundestrainer auf ein starkes Power Play stützen konnte: "Unser Überzahlspiel hat funktioniert. Dadurch spielte es sich dann leichter. Das hat Kräfte frei gesetzt."

Krupp freute sich über eine "unglaublich willensstarke Mannschaftsleistung" und fügte an: "Wir können sehr stolz auf die Mannschaft sein."

Krupp warnt vor verfrühter Euphorie

Wie stolz man im Lager der Haie wirklich ist, wird sich aber wohl erst nach Abschluss der Hauptrunde herausstellen.

Die Kölner sind angesichts ihrer jüngsten Siegesserie zwar zweifellos das Team der Stunde in der DEL, aufgrund seines qualitativ hochwertig besetzten Kaders ist der achtmalige Deutsche Meister aber auch fast schon zum Einzug in die K.o.-Runde verpflichtet.

"Ich habe immer gesagt: Abgerechnet wird erst am letzten Spieltag", betont Krupp.

Hohe Hürden in Düsseldorf und Berlin

Bis dahin stehen den Haien noch drei schwere Partien bevor.

Am Sonntag (ab 14.30 Uhr LIVESCORES) empfangen die Kölner den Tabellenachten aus Iserlohn, der seinerseits die direkte Qualifikation für die Playoffs noch nicht abgeschrieben haben dürfte. Immerhin liegen die Roosters nur drei Punkte hinter dem Sechsten (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

Anschließend erwarten Krupp und seine Mannen noch das rheinische Derby in Düsseldorf und das Auswärtsspiel bei Titelverteidiger Eisbären Berlin.

Rückschläge für Konkurrenz

Mit den Krefeld Pinguinen (2:5 in Iserlohn) und dem EHC München (3:5 in Ingolstadt) ließen die direkten Verfolger der Haie am Freitag zwar Federn.

Angesichts der gerade mal drei Zähler, die die drei Teams in der Tabelle auseinander liegen, dürfte das Rennen um das letzte Pre-Playoff-Ticket aber wohl fast schon per Foto-Finish entschieden werden.

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