Der Engländer Adrian "Jackpot" Lewis ist seit zehn Jahren Dart-Profi © imago

Lewis und van Gerwen treffen sich im Halbfinale. Lewis hat eine Rechnung offen. Wright hat die Chance auf einen Friseurbesuch.

Von Dominik Laska

München - Konsterniert stand Adrian Lewis im vergangenen Jahr auf der Bühne des Alexandra Palace.

Er wusste, dass er verloren hatte, noch bevor sein Gegner den Match-Darts versenkt hatte, als er sich vor dem Ende der Partie die Pfeile in die Brusttasche steckte. Und er behielt Recht.

Der Gegner war Michael van Gerwen. Im Viertelfinale der Weltmeisterschaft verlor der "Jackpot" knapp mit 4:5 und verpasste die Chance auf den dritten Titel in Folge.

Lewis mit Chance auf Revanche

Die Chance auf Wiedergutmachung und eine Möglichkeit auf den dritten WM-Erfolg hat der Doppelweltmeister knapp ein Jahr später nun erneut.

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Die beiden verbleibenden Top-Favoriten auf den Weltmeisterschafts-Titel treffen im Halbfinale aufeinander (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM). Für viele Experten schon das vorgezogene Finale.

Der zweite Finalplatz wird im Duell zwischen Paradiesvogel Peter Wright und dem Australier Simon Whitlock ermittelt ( 822529 DIASHOW: Die Bilder der Darts-WM ).

"Jackpot" zeigt Dominanz

Bisher präsentierte sich "Jackpot" in starker Verfassung. Auf seinem Weg in die Vorschlussrunde brachte ihn kein Gegner in arge Bedrängnis. Selbst im Viertelfinale gegen James Wade, als Lewis keine überragende Leistung zeigte, stand am Ende ein 5:1 auf der Ergebnistafel.

Mögliches Steigerungspotenzial? Durchaus vorhanden, das weiß auch der Mann aus Stoke-on-Trent: "Ich kann noch einige Gänge hochschalten", sagte er nach seinem Match gegen Wade zu "pdc.tv" und er ergänzte: "Ich denke, ich muss gegen Michael mehr Konstanz in mein Spiel bringen".

Im Achtelfinale habe er gegen Mervyn King besser auf die Doppel-Felder geworfen und im Match gegen Wade seien die hohen Scores besser gewesen. Um auch im Halbfinale zu bestehen, "muss ich gegen Michael nun beides zusammenbringen".

Van Gerwen mit Problemen

Ganz so reibungslos lief es bei seinem Kontrahenten im Turnierverlauf bisher nicht.

Van Gerwen musste vor allem im Achtelfinale gegen Gary Anderson, das er noch knapp mit 4:3 für sich entschied, seine Nehmerqualitäten unter Beweis stellen.

Der Schotte brachte "Mighty Mike" an den Rand einer Niederlage, als er mit 3:1 in den Sätzen vorn lag. Doch der Niederländer kämpfte sich zurück und zeigte, dass er auch aus einem Rückstand heraus eine Partie erfolgreich gestalten kann.

"Man braucht immer einer Test", analysierte der Mann aus Boxtel sein Achtelfinale. Komplett entgegengesetzt verlief sein Viertelfinale gegen Mark Webster (5:3).

"Habe totalen Mist gespielt"

Beim Stand von 4:1, als das Match entschieden schien, streute der Youngster Fehler ein, die man sonst kaum bei ihm sieht. Fehler, die "Mighty Mike" zu Selbstkritik anregten:

"In den letzten Sätzen habe ich totalen Mist gespielt und das ist etwas, woran ich arbeiten muss. Mit meinem Spiel bin ich momentan nicht zufrieden", sagte van Gerwen zu "Sky Sports".

Dennoch weiß er, wie man den "Jackpot" bei der Weltmeisterschaft knackt. Er hat es im vergangenen Jahr bewiesen, als er bis in das Finale stürmte.

Wright wechselt Darts

Dort will auch Peter Wright hin. Der Mann mit der ständig wechselnden Haarfarbe und den farbenfrohen Hosen spielte bisher das Turnier seines Lebens.

Das mag zwei Gründe haben. Zum einen wechselte "Snakebite" vor der Weltmeisterschaft das Spielgerät, ließ seine alten Darts in der Tasche und warf sich mit neuen Pfeilen bis in das Halbfinale.

Dafür erntet er von der Konkurrenz vor allem eines. Respekt. Auch Halbfinal-Kontrahent Whitlock, ebenfalls für seine Haarpracht bekannt, findet für eine solche Maßnahme nur lobende Worte, denn "es zeigt, dass er sehr talentiert und selbstbewusst ist."

Friseur statt Training

Zum anderen die ungewöhnliche Matchvorbereitung. Statt stundenlang am Übungs-Board zu stehen, geht Wright lieber zum Friseur ( 819006 DIASHOW: Die verrücktesten Darts-Fans ).

Und nicht zu irgendeinem, wie er SPORT1 verriet: "Meine Frau macht das. Sie hat ihren eigenen Friseursalon und kümmert sich immer um das Outfit."

Und er ergänzt, dass diese Prozedur nicht nur einen ästhetischen Hintergrund hat: "Das ist so etwas, wie meine Entspannungsphase. Manche Kommentatoren sagen zu mir, ich solle lieber trainieren, aber ich habe schon so viel trainiert. Diese Pause hält mich einfach fit."

Auch vor seinem Match gegen den "Wizard" wird er sich wieder in die Hände seiner Frau begeben und sich so ganz besonders auf das Duell mit dem Australier vorbereiten.

Whitlock nur mit einem Ausreißer

Dass dies nötig ist, hat Whitlock im Turnierverlauf bisher gezeigt. Bis zu seiner Viertelfinal-Partie gab der Mann mit dem markanten Ziegenbart keinen einzigen Satz ab, strauchelte dann aber gegen Ian White und stand am Ende am Rande einer Niederlage. Doch er kämpfte sich zurück und gewann am Ende knapp mit 4:3.

Mit Hinblick auf den weiteren Turnierverlauf sagte der "Wizard" zu "pdc.tv", es sei seine "bisher größte Chance Weltmeister zu werden", aber die Qualitäten seines Gegners seien ihm durchaus bewusst, denn Wright "spielt momentan die besten Darts seines Lebens".

Bevor zum Jahreswechsel schließlich die Sektkorken knallen, versprechen schon die Halbfinals ein wahres Feuerwerk. Und mit Paradiesvogel Wright wird das ganze Spektakel noch ein wenig bunter werden.

Die bisherigen Partien im Überblick:

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