Mit 13 Jahren gewann Max Hopp sein erstes Jugendturnier © getty

Für seine zweite WM hat sich Dart-Hoffnung Max Hopp viel vorgenommen. Doch schon in der ersten Runde wartet ein echter Kracher.

Von Tim Dose

München/Essen - Bereits vor seiner zweiten Darts-WM (Fr., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) hat Max Hopp gewonnen - ein ereignisreiches Jahr an Lebenserfahrung.

Denn seit seiner legendären WM-Premiere letzten Dezember hat sich einiges für den Hessen verändert.

Als zweitjüngster Teilnehmer war der damals 16-Jährige vor einem Jahr ins Turnier gestartet. Nach seinem 4:1-Vorrundensieg über Charl Pietersen unterlag er in der ersten Runde nur knapp Denis Ovens mit 2:3 und wurde anschließend mit Lob überschüttet.

"Ich habe mich verrückt gemacht"

Doch die plötzliche Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit bekam dem Teenager anfangs nicht. Von der Unbekümmertheit, mit der er in den Jahren zuvor zahlreiche Turniere gewonnen hatte, war nichts mehr zu spüren. "Ich habe mich ziemlich verrückt gemacht. Denn ich wollte allen Erwartungen gerecht werden", gesteht Hopp im Gespräch mit SPORT1.

Das Resultat: In den ersten Monaten nach der WM gewann das große deutsche Darts-Talent, das für den 1. DC Kastellaun aus dem Hunsrück startet, kaum noch ein Spiel.

Zurück in der Erfolgsspur

Glücklicherweise konnte sich der "Maximiser" von dieser Last befreien und zu seiner alten Form zurückfinden.

Auch weil er lernte, sich "nicht mehr verrückt machen zu lassen" und "sein Ding durchzuziehen."

Schon im Frühjahr stellten sich die Erfolge wieder ein: Bei der Jugend-WM wurde Hopp Neunter. Bei zwei Turnieren auf der European Tour erreichte er über die Qualifikation hinaus die zweite Runde. Schließlich schaffte er auch die WM-Qualifikation.

Dartsprofi mit 17 Jahren

Mittlerweile hat Hopp sein Leben komplett auf Darts ausgerichtet.

Nachdem er wegen Insolvenz seines Arbeitgebers seine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann abbrechen musste, entschied sich der 17-Jährige für die Profikarriere.

Mindestens vier Stunden am Tag trainiert er momentan an der Scheibe.

Und das soll sich bei der Weltmeisterschaft im legendären "Alexandra Palace" in London auszahlen.

"Ich traue mir einen Sieg über Thornton zu"

Denn dieses Mal will Max Hopp länger dabei sein als bei seinem Debüt: "Dadurch, dass ich mit der Bühne und dem Publikum vertraut bin, möchte ich besser spielen und möglichst weit kommen", nennt er sein Ziel.

Dabei sind die Chancen, überhaupt die zweite Runde zu erreichen, nicht besonders hoch.

Zum Auftakt wartet kein geringerer als der Weltranglistenneunte Robert "The Thorn" Thornton auf Hopp, der aktuell auf Platz 96 der Weltrangliste rangiert. (SERVICE: Das Tableau für die WM 2014 in London)

Doch der Deutsche fühlt sich in seiner Außenseiterrolle wohl und sieht sogar Chancen für sich: "Thornton hat manchmal Rückenprobleme und ist in den ersten Runden nie so richtig fit. Er braucht immer seine Zeit, um in den Turnierverlauf reinzukommen."

Und weiter: "Er ist in den ersten beiden Runden - wenn auch sehr schwer - schlagbar. Ich gebe mein Bestmögliches und traue mir auf jeden Fall einen Sieg zu, auch wenn es sehr schwer wird", gibt er sich selbstbewusst.

"Mein Geheimfavorit heißt Whitlock"

Hopp zeigt: Er hat keine Angst, aber Respekt vor großen Namen. Am 16-maligen Weltmeister und Topfavoriten Phil Taylor bewundert er: "Er ist selbstsicher, er fühlt sich stark und er hat das Spiel immer unter Kontrolle."

Dennoch glaubt er nicht an die Titelverteidigung des Engländers.

"Mein Geheimfavorit heißt Simon Whitlock. Er hat in den letzten Turnieren in den ersten Runden immer verloren. Ich glaube, der wird sich dieses Jahr so massiv auf die WM vorbereitet haben, dass er diesmal durchstarten wird."

Hopps Ziel: Die Top 32

Doch vorher will Max Hopp seine persönliche WM-Sensation schaffen und in die zweite Runde einziehen.

Das wäre auch ein finanzieller Erfolg: 11.000 Euro Preisgeld warten auf den Erstrundensieger.

Damit hätte der Teenager schon knapp die Hälfte seines Jahresetats wieder eingespielt. Denn trotz zweier Hauptsponsoren zahlt er bisher weiter aus eigener Tasche drauf.

Will man vom Dartsport gut leben, muss es ein Profi unter die besten zehn Spieler der Welt schaffen.

Auf dem Weg dorthin will der Hesse erstmal unter die Top 32 kommen. Dann sei man für alle Turniere gesetzt und ein richtiger Vollprofi, verrät er.

Der "Maximiser" hat das Zeug dazu.

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