Witali Klitschko will in der Ukraine Präsident werden © imago

Die sportliche Zukunft von Witali Klitschko erscheint angesichts des politischen Engagements des Box-Weltmeisters in der Ukraine offener denn je.

Klitschko, Gründer der Oppositionspartei Udar (Schlag), kämpft derzeit Tag und Nacht auf den Straßen Kiews an der Seite von Tausenden Demonstranten gegen die politische Führung im Lande und fordert den Rücktritt des Präsidenten Wiktor Janukowitsch.

"Man muss die nächsten Tage in der Ukraine abwarten. Man kann jetzt noch keine Aussage über seine Zukunft als Boxer treffen. Er wird sich selber rechtzeitig dazu äußern", sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte am Montag. Schon mehrfach hatte der Weltverband WBC Klitschkos Kampf gegen den kanadischen Pflichtherausforderer Bermane Stiverne verschoben.

Im Sommer musste Klitschko wegen einer Handverletzung absagen.

Zuletzt gewährte die WBC einen Aufschub bis zum 15. Dezember, da Stiverne im juristischen Streit mit seinem Promoter Don King liegt.

Stand jetzt müssen sich beide Kämpfer Mitte Dezember erklären, ob sie im Frühjahr 2014 in den Ring steigen.

Sollten sich jedoch die politischen Verhältnisse in der Ukraine nicht beruhigen, sollten sie sich gar zuspitzen, wird eine Rückkehr des 42-Jährigen in den Ring immer unwahrscheinlicher.

Klitschko kann die politische Bühne in seinem Land derzeit nicht verlassen, um sich acht Wochen in einem Trainingscamp auf einen Boxkampf vorzubereiten. Zudem will der ältere der beiden boxenden Weltmeister-Brüder im März 2015 an den Präsidentschaftswahlen in seinem Land teilnehmen.

Seine Chancen dabei stehen nicht schlecht, zuletzt lag er in Umfragen im Vergleich mit Janukowitsch sogar vorn.

"Ihm tut es wirklich weh, zu sehen, was Janukowitsch und seine Oligarchen dem Land alles zumuten", sagte Bönte.

Körperlich wäre der 2,02-m-Hüne jederzeit bereit für ein Comeback.

Seine Handverletzung ist ausgeheilt. Wie sein Bruder Wladimir sucht auch Witali jeden Tag morgens ab 6.00 Uhr ein Gym auf und absolviert dort ein stundenlanges Fitnessprogramm mit Kraft- und Konditionstraining.

Seinen letzten Kampf absolvierte "Dr. Eisenfaust" Anfang September 2012, als er in Moskau Manuel Charr durch Technischen K.o. besiegte.

Seit 2008 ist Klitschko zum dritten Mal in seiner Karriere Schwergewichts-Weltmeister.

Das schafften vor ihm nur Muhammad Ali, Evander Holyfield und Lennox Lewis.

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