In Wenzendorf bei Hamburg ist ein Streit um das frühere Wohnhaus der Box-Legende Max Schmeling entbrannt. Der Vorschlag des Münchner Investors Roland Suttner, in Schmelings Anwesen eine Gedenkstätte für den 2005 verstorbenen Boxweltmeister zu errichten, stößt beim zuständigen Bürgermeister Manfred Cohrs auf wenig Gegenliebe.

"Ein paar Vitrinen aufstellen, ein paar Bilder aufhängen und fertig? Ich glaube, dass ein Museum heute so nicht mehr funktionieren kann", sagte Cohrs dem "Hamburger Abendblatt": "Und eigentlich hatten wir das Thema ja schon vor langer Zeit als nicht realisierbar abgehakt."

Suttner hatte angekündigt, bei Erwerb der Immobilie "spätestens zu Schmelings zehntem Todestag am 2. Februar 2015 ein brauchbares Museum" schaffen zu wollen. Laut Cohrs habe der Investor jedoch ihm gegenüber geäußert, dass er `höchstens einen symbolischen Preis" bezahlen wolle. "Aber wir haben nichts zu verschenken", sagte Cohrs. Am 7. Februar soll in einer Ratssitzung in Wenzendorf über die Zukunft des baufälligen Hauses entschieden werden, in dem Schmeling nach seinem Karriereende wohnte.

Unterdessen forderte der Vorsitzende des Hamburger CDU-Landesfachausschusses Sport Volker Okun eine angemessene Würdigung des Schwergewicht-Weltmeisters ein. "Hamburg sollte der Provinzposse um das Andenken an Max Schmeling ein Ende bereiten. Er war auch ein Aushängeschild für Hamburg", sagte Okun. Die Hansestadt solle entweder für die Errichtung des Museums im niedersächsischen Wenzendorf aufkommen, oder in einer der modernen Sportarenen eine Gedenkstätte schaffen. "Es ist nicht mit einer Umbenennung einer Nebenstraße im Volkspark, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte, getan", sagte Okun.

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