Weltmeister Witali Klitschko bestreitet seinen nächsten Kampf nicht im Ring, sondern auf politischem Parkett.

Der Schwergewichts-Weltmeister tritt am 8. Oktober als Vorsitzender der UDAR-Partei (Ukrainian Democratic Alliance for Reform) bei den Parlamentswahlen in seinem Heimatland an und hat ein klares Ziel vor Augen.

"Wir wollen 15 Prozent der Wählerstimmen bekommen. In den vergangenen Monaten haben wir sehr viel Zuspruch erfahren und um rund zwei Prozent zugelegt", sagte Klitschko voller Selbstvertrauen in Kiew.

Nach dem t.K.o.-Sieg gegen Herausforderer Manuel Charr (Köln) am vergangenen Samstag in Moskau hat der 41-Jährige seine Boxhandschuhe zunächst beiseite gelegt und will sich ganz auf die Politik konzentrieren.

Einen materiellen Gewinn verspricht sich der ältere der boxenden Weltmeister-Brüder vom Wechsel in die Politik nicht.

"Normalerweise gehen die Leute in die Politik, um Geld zu verdienen. Aber wir verfolgen ein anderes Ziel. Wir wollen die beschämende Realität in der Ukraine verändern und eine Politik für Menschen machen", sagte "Dr. Steelhammer".

Schon mehrfach hat der Zwei-Meter-Hüne Korruption und Misswirtschaft in seinem Heimatland angeprangert.

Dass ihm eine Neuansetzung des Kampfes gegen Charr durch den Protest des 27-jährigen Kölners einen Strich durch die Planungen machen könnte, glaubt Klitschko nicht.

Charr hatte nach dem Kampf offiziell Einspruch eingelegt, weil er mit seinem blutenden Cut angeblich in die falsche Ringecke geführt worden sei.

"Was will er damit bezwecken?", hinterfragte Klitschko das Vorgehen seines Kontrahenten und meinte angesichts seiner Dominanz im Ring: "Noch eine Runde mehr oder maximal zwei, und Charr wäre in der Horizontalen gewesen."

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