Außenseiter Manuel Charr glaubt fest an seine Siegchance im WM-Kampf gegen Schwergewichts-Weltmeister Witali Klitschko am Samstag in Moskau und vertraut dabei der Lehre des indischen Pazifisten Mahatma Gandhi.

"Zuerst ignorieren sie Dich, dann lachen sie über Dich, dann bekämpfen sie Dich und am Ende gewinnst Du", zitierte der 27-Jährige bei einer Pressekonferenz in der russischen Hauptstadt den indischen Publizisten und machte sich selbst Mut.

Nur zu gerne zitiert Charr Persönlichkeiten der Weltgeschichte und wollte es auch in Moskau nicht bei Gandhi belassen.

Um seinen Ehrgeiz und sein Kämpferherz vor dem wichtigsten Kampf seines Lebens zu zeigen, nahm der "Koloss von Köln" auch eine sprachliche Anleihe beim US-amerikanischen Automobil-Pionier Henry Ford.

"Es gibt viel mehr Menschen die kapitulieren, als solche, die scheitern", sagte Charr und kündigte dem Kontrahenten einen großen Fight an.

Titelverteidiger Klitschko, der seit 2003 ungeschlagen ist und 44 seiner 46 Profikämpfe gewonnen hat, ließ sich nicht provozieren.

"Manuel ist ein Sportler, der der neuen Generation angehört. Als Weltmeister darf ich ihn nicht unterschätzen. Er ist jung, aggressiv und stark", sagte der Ukrainer. Charr ist 14 Jahre jünger als Klitschko und in 22 Profikämpfen bislang ungeschlagen.

Für Klitschko könnte es am Samstag der letzte Kampf sein. Der WBC-Champion hatte angekündigt, dass er in die Politik wechseln und als Vorsitzender der Oppositionspartei Ukrainische Demokratische Allianz (UDAR) an den Parlamentswahlen in der Ukraine am 8. Oktober teilnehmen wolle.

Bei derzeitigen Umfragen kommt seine junge Partei auf 12 bis 15 Prozent und hat gute Chancen, den Einzug ins Parlament zu schaffen. Klitschko hatte zuletzt mehrfach die Korruption und Misswirtschaft in seinem Heimatland angeprangert.

Weiterlesen