Die Nachricht vom Zustandekommen des Duells der beiden britischen Box-Rüpel Dereck Chisora und David Haye schlägt weiter hohe Wellen.

Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), distanzierte sich am Donnerstag deutlich von dem Kampf, der am 14. Juli (22.30 Uhr) im Londoner Fußball-Stadion Upton Park stattfinden soll. Dieser sei eine "Schande" für den Boxsport.

"Was diese beiden Männer da veranstalten, hat mit Profisport nichts mehr zu tun. Das ist eine Freakshow", sagte Pütz "Sky". "Boxen steht wie kaum ein anderer Sport für Fairness. Wie soll man das Jugendlichen jetzt noch vermitteln. Was hier passiert, ist wirklich weitreichend."

Chisora hatte sich für das Duell gegen Haye eine Lizenz vom luxemburgischen Verband besorgt, nachdem ihm der britische Boxverband BBBC im März die Kampferlaubnis wegen mehrerer unrühmlicher Vorfälle entzogen hatte.

Bereits am Mittwoch hatte der britische Verband harte Maßnahmen angekündigt. "Jedes BBBC-Mitglied, das in irgendeiner Form an diesem Kampf mitwirkt, wird umgehend seine Lizenz verlieren", teilte der Verband mit.

"Durch diese Veranstaltung wird der Boxsport in Verruf gebracht und die Autorität des BBBC untergraben", erklärte der BBBC weiter: "Wer einen solchen Kampf organisiert, handelt nicht im Sinne des professionellen Sports."

Auch Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko reagierte mit Unverständnis. "Ich bin sprachlos, wie kann man so einem Mann eine Lizenz geben", sagte Klitschko der BBC über Chisora: "Das ist ein Schlag ins Gesicht des britischen Box-Verbandes."

Chisora und Haye hatten sich am 18. Februar nach Chisoras verlorenem Kampf gegen WBC-Weltmeister Witali Klitschko auf der Pressekonferenz eine wilde Schlägerei geliefert.

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