Nach dem Kampf präsentieren Vitali (l.) und Wladimir Klitschko ihre prunkvolle Titelsammlung
ZUM DURCHKLICKEN: Vitali Klitschkos (l.) Karriere in Bildern © getty

Nach Vitali Klitschkos Rücktritt kündigt sein Bruder an, die historische Chance zu ergreifen. Er muss einen Fight abwarten.

Von Julian Buhl

München - Dass die Klitschkos dazu bereit sind, den Kampf mit wirklich jedem auf dieser Welt aufnehmen, beweist derzeit Vitali Klitschko, 42, der als Oppositionsführer in seiner Heimat den Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, herausfordert.

Scheinbar übermächtige Gegner will nun aber auch Wladimir Klitschko, 37, zu Fall bringen. Namentlich handelt es sich um die Boxlegenden Mike Tyson, Evander Holyfield, Lennox Lewis und sogar Muhammad Ali.

Denn nicht einmal diese Ikonen des Sports haben das geschafft, was sich der Schwergewichtler nun zum Ziel gesetzt hat: nachdem er bereits die Gürtel der wichtigen Verbände WBA, IBF und WBO trägt, will er auch den vierten wichtigen Titel auf sich vereinigen.

Wladimir will Vitalis Titel zurückholen

Die Chance dafür hat er seinem älteren Bruder zu verdanken, der den WBC-Gürtel nun aufgrund seiner politischen Ambitionen niedergelegt hat (BERICHT).

"Es ist natürlich mein Ziel, den WBC-Titel zurück in die Klitschko-Familie zu holen", sagte Klitschko der "Bild".

Und auch Vitali ist sich sicher, dass "mein Bruder für weitere sportliche Erfolge sorgen wird. Und ich werde ihn, wie immer, genau so sehr dabei unterstützen wie er momentan mich in meinem politischen Kampf unterstützt".

Vitali: Comeback nicht vorstellbar

Er wurde nach seinem Rücktritt vom WBC zum "Champion Emeritus" ernannt. Das gibt ihm die Möglichkeit, jederzeit in den Ring zurückzukehren und den Weltmeister zu fordern, was er sich "nach aktuellem Stand jedoch überhaupt nicht vorstellen kann".

Als Vorsitzender und möglicher Präsidentschaftskandidat seiner Partei UDAR will er sich ganz auf den politischen Kampf in Kiew konzentrieren. Eine Rückkehr in den Ring gilt daher als unwahrscheinlich.

Zunächst wird nun ein Gegner für den Pflichtherausforderer um den WBC-Titel, Bermane Stiverne, gesucht.

Vereinigungs-Kampf Ende 2014?

Kandidaten sind die beiden US-Amerikaner Chris Arreola und Deontay Wilder.

Im Anschluss könnte dann aber Vitalis Bruder Wladimir gegen den Sieger boxen und den Gürtel sozusagen für seinen Bruder zurückholen.

Im März muss Wladimir Klitschko aber zunächst seinen WBO-Titel gegen den australischen Pflichtherausforderer Alex Leapai verteidigen. Anschließend, also Ende 2014, käme ein WBC-Titelkampf in Frage.

Das weltweite Interesse an diesem historischen Fight wäre garantiert.

Gut möglich, dass dann sogar der Präsident der Ukraine am Ring stehen wird.

Wladimir und Vitali Klitschko bei den Protesten auf dem Maidan-Platz in Kiew:

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