ZUM DURCHKLICKEN: Vitali Klitschkos Karriere in Bildern © getty

Die Karriere von "Dr. Eisenfaust" ist offenbar zu Ende. Er gibt seinen WM-Titel frei - und kann sich keine Rückkehr vorstellen.

München - Eine große Box-Karriere ist offenbar vorbei.

Schwergewichtsweltmeister Vitali Klitschko hat seinen WBC-Titel abgegeben - und denkt nicht mehr an eine Rückkehr in den Ring.

Der Weltverband hat Klitschko zum "Champion Emeritus" erklärt, zum Weltmeister im Ruhestand.

Damit könnte Klitschko zwar jederzeit zurückkommen und wieder um den Titel kämpfen, Klitschko kann sich ein Comeback allerdings "nach aktuellem Stand überhaupt nicht vorstellen". Derzeit ist der 42-Jährige als Vorsitzender und Präsidentschaftskandidat der ukrainischen Partei UDAR aktiv an den Demonstrationen von Kiew beteiligt.

"Für weitere sportliche Erfolge wird Wladimir sorgen"

In einem Statement dankt Klitschko "der WBC und seinem Präsidenten Don Jose Sulaiman für die Unterstützung bei unserem Kampf für Demokratie und Freiheit in meinem Heimatland Ukraine. Es war und ist eine große Ehre den WBC-Titel zu tragen und ich habe es immer mit Stolz getan."

Seine Konzentration gelte nun aber "der Politik in der Ukraine, ich spüre, dass die Menschen mich dort brauchen".

Auch der Rest seines Statements macht deutlich, dass der Abschied aus dem Ring wohl für immer ist.

"Für weitere sportliche Erfolge wird mein Bruder Wladimir sorgen", so Vitali Klitschko: "Und ich werde ihn dabei genauso unterstützen, wie er mich derzeit bei meinem politischen Kampf in der Ukraine unterstützt."

"Auf dem Pfad des großen Nelson Mandela"

Der WBC begründet den Schritt, Klitschko den WM-Titel abzunehmen, konkret damit, dass Klitschko "keinen berechenbaren Zeitplan für eine Rückkehr in den Ring" liefern konnte.

Zugleich versichert er Klitschko in hochtrabenden Worten seine Unterstützung für dessen "Kampf für Menschenrechte und Gleichheit" und für die Demokratie in der Ukraine.

Klitschko würde "dem Pfad des großen Nelson Mandela folgen, der so vielen den Weg geebnet hat, für das einzutreten, an das sie glauben und eine bessere Welt zu schaffen".

Seit September 2012 nicht im Ring

Der langjährige Champion stand zuletzt Anfang September 2012 im Ring, als er seinen WBC-Titel im Schwergewicht gegen den Wahl-Kölner Manuel Charr erfolgreich verteidigte.

Es war 16 Jahre nach seinem Karriere-Beginn sein letzter von 47 Profikämpfen, von denen er 45 gewann, 41 durch K.o.

Klitschko war Weltmeister der WBO und der WBC, deren Titel er nach dem Ende einer vierjährigen Auszeit wieder seit 2008 hielt - damals nutzte er sein "Champion-Emeritus"-Recht und besiegte Samuel Peter um den vakanten Gürtel.

Seine Pflichtverteidigung gegen den kanadischen Herausforderer Bermane Stiverne hatte Klitschko im August wegen einer Handverletzung absagen müssen.

2015 will er als Präsidentschaftskandidat in der Ukraine gegen Amtsinhaber Viktor Janukowitsch antreten - bei einer möglichen vorgezogenen Neuwahl aber auch schon vorher.

Wladimir und Vitali Klitschko bei den Protesten auf dem Maidan-Platz in Kiew:

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