Felix Stum gewann von 39 Siegen 17 durch Knockout © getty

Der 34-Jährige Mittelgewichtler macht mit Darren Barker kurzen Prozess, entthront den Briten durch technischen K.o..

Aus Stuttgart berichtet Christoph Lother

Stuttgart - Mit einem historischen und in dieser Deutlichkeit nicht zu erwartenden Sieg hat sich Boxprofi Felix Sturm in der Weltspitze zurückgemeldet.

462 Tage nach seiner bitteren Niederlage gegen den Australier Daniel Geale bezwang der Mittelgewichtler den Briten Darren Barker durch Aufgabe in der zweiten Runde und eroberte so den WM-Titel der IBF zurück.

Als erster deutscher Boxer überhaupt krönte sich Sturm damit bereits zum vierten Mal zum Weltmeister. Für den 34-Jährigen war es der 39. Sieg im 45. Profikampf, der 17. durch Knockout ( 818247 DIASHOW: Die Bilder des Kampfes ).

Zwei Niederschläge

"Es ist das vierte Mal, dass ich in Stuttgart bin, und das vierte Mal, dass ich Weltmeister werde. Das nennt man Schicksal", erklärte Sturm nach dem Kampf bei "Sat1". "Darren Barker ist ein großer Kämpfer, ich habe ihn gut erwischt. Es hat Gott sei Dank alles geklappt."

Schon vor dem Kampf hatten die Sturm-Anhänger und über 500 mitgereiste Fans aus England die Arena in Stuttgart in einen wahren Hexenkessel verwandelt.

Und der Funke schlug über: Mit offenem Visier starteten die beiden Kontrahenten in die erste Runde, besonders Sturm suchte sofort die Offensive.

Handtuch im Ring

Kaum war die zweite Runde angebrochen, setzte der Herausforderer seinen Schlaghagel auch schon fort. Gleich zweimal schickte er Weltmeister Barker mit einer krachenden Rechten auf die Bretter.

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Noch bevor die zweiten drei Minuten abgelaufen waren, flog aus Barkers Ecke das Handtuch in den Ring. Nach einer einseitigen und beeindruckenden Vorstellung ist Sturm zurück auf dem WM-Thron.

Der Verlierer musste anschließend wegen Hüftproblemen - eine alte Verletzung, die in Runde eins wieder aufgebrochen sein soll - ins Krankenhaus.

Den Sieg widmete Sturm seinem Sohn Mahir und seiner Frau Jasmin. "Ich widme den Kampf meiner Familie. Es war gut, dass es kurz war. Da musste meine Frau nicht so lange leiden", so Sturm.

Neuauflage im Frühjahr

Barker, der seine zweite Niederlage im 28. Profikampf kassierte, bekommt aber bereits im Frühling kommenden Jahres die Gelegenheit, sich zu revanchieren - und zwar in England.

Darauf hatten sich das Sturm-Lager und Barkers Promoter Eddie Hearn schon vor dem Fight in Stuttgart geeinigt.

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