Seinen letzten Kampf gegen den Japaner Yuzo Kiyota gewann Robert Stieglitz durch einen Technischen K.o. nach 10 Runden © getty

Robert Stieglitz sieht den WM-Fight gegen Ekpo nicht als Zwischenstation. Aber jeder rätselt nur über den folgenden Gegner.

Leipzig - Erst Arthur Abraham, dann Felix Sturm - oder doch Andre Ward?

Die Liste namhafter Gegner ist für den Magdeburger Weltmeister Robert Stieglitz auf dem Höhepunkt seiner Karriere so lang wie noch nie. Doch vor den ganz großen Duellen muss der WBO-Champion den Nigerianer Isaac Ekpo besiegen.

Ekpo nicht nur Zwischenstation

Der 32 Jahre alte Stieglitz ist dabei am Samstag (22.20 Uhr) in Leipzig klarer Favorit - als reine Zwischenstation will er die freiwillige Titelverteidigung im Supermittelgewicht trotzdem nicht sehen.

"Ich bin überaus motiviert. Den Ehrungen und den beiden Siegen dieses Jahres muss ich in Leipzig die Krone aufsetzen", sagte Stieglitz: "Ich war in den letzten Kämpfen sehr gut vorbereitet. Jetzt habe ich aber noch einmal eine Schippe draufgelegt."

Das sieht auch Trainer Dirk Dzemski so: "Nach der Niederlage im Sommer des vergangenen Jahres hat er körperlich, technisch und taktisch einen Quantensprung gemacht."

Abraham verfolgt Kampf

Das haben auch Stieglitz' kommende Gegner mitbekommen - und werden in Leipzig ganz genau hinschauen.

"Ich bin ein bisschen neugierig, wie mein zukünftiger Gegner boxt. Wahrscheinlich werde ich mir den Kampf im Fernsehen angucken", sagte Ex-Weltmeister Arthur Abraham, der vor dem dritten Duell mit Stieglitz steht.

Damit es dazu kommt, muss eben jener aber zunächst Ekpo schlagen und Abraham eine Woche später in Oldenburg den Italiener Giovanni De Carolis aus dem Weg räumen.

Der Kampf ist bereits beschlossen, da die WBO Abraham Ende August als Pflichtherausforderer eingestuft hat.

Drittes Duell mit Abraham

Schon zweimal hatte es den WM-Fight zwischen Stieglitz und Abraham gegeben.

Im August 2012 nahm "König Arthur" Stieglitz in Berlin den WM-Gürtel durch einen einstimmigen Punktsieg ab. Im März siegte Stieglitz dann in Magdeburg durch technischen K.o. nach der dritten Runde.

"Ich freue mich schon auf den dritten Kampf. Er wird genauso ausgehen, wie der letzte ausgegangen ist", sagte Stieglitz.

Nächster Gegner: Sturm oder Ward?

Über ein Duell mit Ex-Champion Felix Sturm wurde ebenfalls immer wieder spekuliert. Konkrete Anfragen hat es bereits gegeben.

Auch WBA-Superchampion Andre Ward (29) gehört zur Liste der möglichen nächsten Gegner. Der Amerikaner ist Sieger des Super-Six-Turniers in der Klasse bis 76,2 Kilo, ein Kampf gegen Stieglitz verspricht eine besonders lukrative Börse und könnte auch den Fight gegen Abraham etwas hinauszögern.

"Abraham hat laut WBO-Entscheid den Anspruch auf den Kampf, allerdings würde eine Titelvereinigung da noch Vorrang haben", sagte SES-Promoter Ulf Steinforth "bild.de".

Zeitbombe vor der Brust

Auf dem Weg zu großen Gegnern scheint ein Sieg gegen den zwei Jahre jüngeren Ekpo für Stieglitz reine Formsache. Der Afrikaner konnte bislang zwar 22 seiner 23 Profikämpfe (16 K.o.'s) gewinnen, steht aber nur auf Rang sieben der WBO-Weltrangliste und spuckt trotzdem große Töne.

"Mich kennt man unter dem Kampfnamen 'The Grenade' (die Granate, d. Red.), so bin ich für Robert dann eine Zeitbombe, die mit dem ersten Gong anfängt zu ticken", sagt Ekpo: "Meine K.o.-Ansage mache ich für die siebte Runde."

Bei Stieglitz SES-Boxstall sieht man die branchenüblichen Kampfansagen gelassen und schaut stattdessen schon nach vorne.

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