Weltmeisterin Ramona Kühne brennt nach langer Verletzungspause auf ihre Rückkehr. Herausforderin Dos Santos kämpft mit der Kälte.

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Von Christoph Lother

München - Auf diesen Tag musste Ramona Kühne lange warten.

Über ein Jahr ist es mittlerweile her, dass die Berlinerin ihre drei WM-Titel nach Version der WIBF, WBO und WBF mit einem technischen K.o.-Sieg über die Ungarin Renata Dömsödi erfolgreich verteidigen konnte.

Am Samstag stehen diese drei Gürtel nun erneut auf dem Spiel und Kühne sprüht geradezu vor Tatendrang.

"Natürlich bin ich ein wenig aufgeregt, aber es ist dieses besondere Kribbeln. Nach der langen Verletzungspause kann es jetzt nicht schnell genug gehen", freut sich die 33-Jährige auf das bevorstehende Duell mit der Brasilianerin Halanna Dos Santos (Sa., 22 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Genesene Kühne freut sich auf Heimspiel

Daran, dass sich ihre lange Auszeit in der Folge eines im Mai letzten Jahres erlittenen Kreuzbandrisses bei dem Kampf gegen Dos Santos negativ bemerkbar machen könnte, glaubt Kühne nicht.

"Alles bisher ist gut gelaufen, das Knie hält, die Sparringseinheiten haben mir die nötige Ringhärte zurückgegeben. Ich bin bestens drauf", versichert die Superfedergewichtlerin.

Zusätzlichen Ansporn verspricht sich Kühne zudem von der heimischen Kulisse in Potsdam: "Der Traum, hier in meiner Heimat Brandenburg zu boxen, mein Publikum im Rücken zu haben, wird mich zu einer besonderen Leistung anspornen."

K.o.-Quote bereitet Titelverteidigerin keine Sorgen

Die Tatsache, dass sie mit ihren 1,70 Meter fünf Zentimeter kleiner als ihre Herausforderin ist, nimmt Kühne äußerst gelassen: "Die Dos Santos ist zwar groß gewachsen, aber doch nicht ganz so wie ich gedacht hätte oder wie sie in den Videos wirkte."

Gewichtsmäßig ist Dos Santos leichter. Beim offiziellen Wiegen brachte sie 56,3 kg auf die Waage, während Kühne 2,3 Kilogramm mehr hatte.

Auch die beachtliche Quote der Südamerikanerin, neun ihrer insgesamt 14 Siege durch vorzeitigen K.o. errungen zu haben, bereitet der Titelverteidigerin "bei meiner guten Deckung keine großen Sorgen."

"Nicht das Zepter überlassen"

Schließlich hat Kühne den offensiven und druckvollen Boxstil der 23-Jährigen, die im Verlauf ihrer Karriere schon zwei WM-Kämpfe verloren hat, ausgiebig studiert.

"Ich bereite mich taktisch gut auf die Brasilianerin vor. Im Ring will ich den Kampf bestimmen und ihr nicht das Zepter überlassen", stellt sie unmissverständlich klar.

Dos Santos kämpft mit deutschem Winter

Dos Santos sieht sich unterdessen nicht nur einer scheinbar übermächtigen Gegnerin, sondern auch für sie völlig neuen klimatischen Bedingungen ausgesetzt.

Denn noch mehr als die Kampfstatistik ihrer Rivalin von 19 Siegen in 20 Kämpfen beeindruckt die Brasilianerin das Wetter in Deutschland.

"Das habe ich mir zwar vorher via Internet angeschaut, was Winter in Deutschland heißt. Aber Schnee habe ich hier jetzt das erste Mal gesehen und dass es dann so kalt ist, hätte ich nicht gedacht", gestand Dos Santos nach ihrer rund 13-stündigen Anreise aus Sao Paulo.

Erst Jacke, dann Abreibung

Zumindest was das betrifft, könnte Kühne bei ihrer Kontrahentin Nachsicht walten lassen.

"Leider habe ich keine warme Jacke dabei. Vielleicht leiht mir ja Ramona eine", scherzte Dos Santos bei ihrer Ankunft in Berlin.

Und die Antwort der Titelverteidigerin ließ nicht lange auf sich warten: "Wenn der Brasilianerin kalt ist, besorge ich ihr eine Jacke, selbstverständlich. Nur am Samstag wird ihr sehr schnell warm werden und sie wird sich besonders warm anziehen müssen."

Warme Worte klingen anders.

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