Carl Froch gab im März 2002 in London sein Debüt als Profiboxer © getty

Champion Carl Froch will gegen Yusaf Mack an die Leistungen vergangener Tage anknüpfen. Der Herausforderer feiert eine Premiere.

Von Christoph Lother

München - Mit blutverschmiertem Gesicht und zugeschwollenen Augen kletterte der geschlagene Arthur Abraham aus dem Boxring der Hardwall Arena im finnischen Helsinki.

Zwölf Runden lang hatte er gegen Carl Froch mächtig einstecken müssen, am Ende unterlag er dem Briten einstimmig nach Punkten.

Ziemlich genau zwei Jahre liegt dieses Duell im Rahmen des Super-Six-Turniers um den Weltmeister-Titel der WBC inzwischen zurück, doch an Schlagkraft hat Froch seitdem keineswegs eingebüßt.

Das soll am Samstag (ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) auch der US-Amerikaner Yusaf Mack zu spüren bekommen.

Beeindruckender Sieg gegen Bute

Wenn die beiden Rivalen in Frochs Geburtsstadt Nottingham in den Ring treten, geht es um die WM-Krone im Supermittelgewicht der IBF.

Diese hatte sich Froch, der nach seinem Triumph über Abraham immerhin bis ins Finale des damaligen Super-Six-Turniers vorgedrungen war, Ende Mai mit einem beeindruckenden K.o.-Sieg gegen den Rumänen Lucian Bute aufgesetzt.

"Das war ein sehr spezieller Kampf und die beste Nacht meiner Karriere", erinnert sich der 35-Jährige bei "The Ring" an seinen 29. Sieg im insgesamt 31. Profikampf.

Letzter Auftritt in der Heimat?

Gegen Mack will Froch an die Leistung von vor sechs Monaten anknüpfen.

"Ich bin in einer fantastischen Form und heiß darauf, wieder in den Ring zu steigen", betont er und versichert: "Es gibt keine Chance, meinen Fuß vom Gaspedal zu nehmen."

Zusätzliche Motivation dürfte Froch, der bei seinen Kämpfen stets von seiner schönen Model-Freundin Rachael Cordingley angefeuert wird, auch die Tatsache verleihen, dass der Auftritt gegen Mack eine Art Abschiedsvorstellung vor heimischem Publikum sein könnte. 638951 (DIASHOW: Die Kobra und das Model)

Für einen eventuellen Rückkampf gegen Bute plant "The Cobra" jedenfalls, nach Kanada auszuweichen.

Mack entdeckt die Welt

Für Herausforderer Mack ist es nach bislang 31 Siegen und vier Niederlagen in 37 Kämpfen hingegen der erste Fight außerhalb der Vereinigten Staaten.

Und dennoch scheint Froch bestens auf den US-Amerikaner vorbereitet.

"Ich nehme Yusaf sehr, sehr ernst. Er ist ein gefährlicher Gegner und hat nichts zu verlieren. Im Gegenteil, er kommt hierher und kann alles gewinnen", betont er.

Froch erwartet keinen Selbstläufer

Auch von der Niederlage des 32-Jährigen gegen den IBF-Halbschwergewichts-Champion Travoris Cloud im Juni vergangenen Jahres will sich Froch nicht blenden lassen.

"Immerhin hat Yusaf um einen WM-Titel im Halbschwergewicht gekämpft. Nun wird er alles daran setzen, sich im Supermittelgewicht zu behaupten", glaubt der Brite.

Bei seinen Punktsiegen über Omar Sheika Ende April und Sabou Ballogou drei Monate später ist Mack das auch schon ganz gut gelungen.

Kampfansage von "The Cobra"

Und doch lässt Froch keine Zweifel daran, wer den Ring am Ende als Sieger verlassen wird.

"Wenn Yusaf Mack glaubt, er könne hier rüber kommen und mir die Lichter ausknipsen, wird er einen heftigen, heftigen Schock erleiden", tönte "The Cobra" bei "ESPN".

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