Mariusz Wach (r.) stimmt sich mit angeknockten Klitschko-Gesichtern auf den Fight ein © getty

Axel Schulz warnt Wladimir Klitschko bei SPORT1 vor Herausforderer Wach. Der überragt den Weltmeister. SPORT1 vergleicht.

Von Tanja Eberl und Hardy Heuer

München - Es ist wieder soweit: Wladimir Klitschko steigt in der Hamburger O2-Arena in den Ring, um seine Titel der Verbände IBF, WBO und WBA im Schwergewicht zu verteidigen.

Der Herausforderer heißt diesmal Mariusz Wach. Der Pole ist zumindest was die Größenverhältnisse betrifft, ein Gegner auf Augenhöhe. (EXKLUSIV: Mariusz Wach im SPORT1-Interview)

Der "Wikinger", wie er sich mit Kampfnamen betitelt, ist mit seinen 2,02 m Körpergröße ganze vier Zentimeter größer als Titelträger Klitschko und auch in puncto Reichweite hat Wach die Nase vorn. Mit 2,08 m misst er mehr als der Ukrainer (2,06 m).

"Von der Größe und dem Gewicht her bringt er genauso viel mit wie Wladimir. Das ist schon eine andere Situation. Deshalb denke ich, dass Wach eine Herausforderung für ihn ist", warnt Ex-Profi Axel Schulz den Titelverteidiger bei SPORT1.

Und selbst Klitschko ist beeindruckt: "Die Herausforderung für mich ist seine Körpergröße. Ich habe noch nie gegen jemanden um die WM geboxt, der so viel größer ist als ich."

EM-Silber 2004 für Wach

Wach begeisterte sich als Jugendlicher für Martial Arts und Kickboxen. Mit 19 startete er seine Amateur-Karriere als Boxer. Hier heimste er eine Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2004 ein.

Insgesamt absolvierte er 90 Amateurkämpfe. Erst im Alter von 26 wechselte er ins Profilager. (BERICHT: Drago-Zwilling Wach: Ohne Sex heiß auf Klitschko)

K.o. gegen Tyson-Bezwinger

Seinen Ritterschlag erhielt er im Juli 2011, als er Tyson-Bezwinger Kevin McBride in den USA in der vierten Runde in den Ringstaub schickte. Jetzt will Wach Geschichte schreiben: "Ich werde der erste Schwergewichtsweltmeister aus Polen sein."

Immerhin, er geht ungeschlagen in den Ring. Von seinen 27 Kämpfen hat er alle gewonnen, doch große Namen - außer McBride - sucht man in der Vita vergeblich.

Wachs technische Möglichkeiten sind limitiert. Für seine Körpergröße ist er relativ beweglich, im Oberkörper aber manchmal etwas steif.

Schulz: Hoffentlich besser als Walujew

"Ich hoffe nicht, dass Wach so limitiert ist wie Walujew. Er hat ja auch etwas weniger Kilo drauf", vergleicht Schulz den Herausforderer bei SPORT1 mit dem oft behäbig wirkenden russischen Ex-Weltmeister Nikolaj Walujew.

Mit seinem langen linken Jab versucht Wach die Gegner auf Distanz zu halten, um dann mit seiner rechten Geraden zum Ziel zu kommen.

Allerdings setzt er auch immer wieder unangenehme Nadelstiche mit seiner Führhand, diese ist zwar nicht sehr schnell, aber zielstrebig.

Seine K.o-Quote von 55 Prozent ist noch ausbaufähig. Hier hat er aber in den letzten Kämpfen bewiesen, dass er an seiner Schlagkraft gearbeitet hat.

Klitschko punktet mit Schlaghärte

Jedoch kann er in Sachen Schlaghärte nicht mit Klitschkos "Steelhammer" mithalten. Mit 58 Siegen, davon 50 durch Knockout, ist die "Wumme" des Ukrainers überaus erfolgreich.

Zudem verfügt Klitschko über eine ausgezeichnete Technik mit einem guten Schlagrepertoire. ( 118391 DIASHOW: Wladimir Klitschkos größte Kämpfe )

Schwerer Schicksalschlag

Allerdings muss der amtierende Champion einen harten Schicksalsschlag verdauen. Ende Oktober verstarb Klitschkos langjähriger Trainer und Freund Emanuel Steward an Krebs. Inwieweit ihn dies beeinträchtigt, ist offen. (BERICHT: Klitschko gedenkt Steward)

"Seinen Haupttrainer zu verlieren, ist schon der Hammer. Damit muss er erst mal fertig werden", zeigt sich Schulz skeptisch.

Zugleich fügt er aber auch an: "Ich glaube schon, dass Wladimir nach Punkten gewinnen wird. Je nachdem wie er in den Kampf reinkommt, gibt es vielleicht sogar einen K.o."

SPORT1 stellt die beiden Kontrahenten in einem Head-to-Head-Vergleich gegenüber:

Dr. Wladimir Klitschko ? Mariusz Wach

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