Alexander Powetkin (l.) hat 25 seiner 25 Profi-Kämpfe gewonnen © getty

Nach dem Sieg gegen Rahman darf Powetkin gegen Wladimir ran. Sauerland ist von seinem Boxer überzeugt, doch Zweifel bleiben.

Hamburg - Alexander Powetkin ist ein Schweiger - er redet nicht mehr, als er muss.

Ganz im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen im Schwergewicht ist der Russe kein Meister der großen Reden und Gesten.

Und so sagte der 33-Jährige nach seiner wenig aufregenden Titelverteidigung nach Version der WBA gegen den moppeligen Amerikaner Hasim Rahman (Bericht) auch wenig aufregende Sätze: "Es war wichtig, einen guten Kampf zu machen. Ich wollte umsetzen, was der Trainer von mir verlangte."

Und: "Ich werde noch besser werden."

Sauerland rechnet Powetkin Chancen aus

Unspektakulärer geht es kaum. Also musste sein Promoter Kalle Sauerland die Rolle des Lautsprechers übernehmen.

Schließlich mauserte sich Powetkin mit seinem K.o.-Sieg nach nur 1:46 Minuten in der zweiten Runde über Rahman zum Pflichtherausforderer von WBA-Superchampion Wladimir Klitschko.

Und weil ein Kampf im Schwergewicht gegen einen Klitschko im Boxen immer noch das Größte ist, muss auch ordentlich die Werbetrommel gerührt werden.

Deshalb sagte Sauerland in der Nacht zu Sonntag in den Katakomben der Hamburger Sporthalle: "Alexander hat sicher bessere Chancen gegen Klitschko als diese ausgegrabenen Pflaumen, die er zuletzt geboxt hat."

Rahman ohne Gegenwehr

Über die Qualität der Klitschko-Gegener ließe sich in der Tat diskutieren, aber auch die Fragen nach der Form von Powetkin bleiben nach dessen dritter erfolgreichen Titelverteidigung unbeantwortet.

Dafür war Ex-Weltmeister Rahman einfach zu schwach.

Der 39-Jährige schleppte bei einer Körpergröße von 1,89 m immerhin 116,4 kg mit in den Ring - und das meiste seines Gewichts konzentrierte sich dabei im Bereich seiner Hüfte.

So hatte Powetkin eine Mühe, seinen wehrlosen Kontrahenten durch den Ring zu prügeln. Nach einem Schlaghagel machte der Ringrichter dem ungleichen Duell ein Ende.

Zweifel an Powetkin bleiben

Powetkin, der den WM-Titel im vergangenen Jahr nur erobern konnte, weil die WBA Wladimir Klitschko zum Superchampion ernannte, galt lange Zeit als ernsthafter Kandidat auf die Nachfolge der ukrainischen Brüder.

Doch nach der wenig überzeugenden Leistung des Olympiasiegers von 2004 im Februar gegen Marco Huck, als Powetkin umstritten nach Punkten gewann und eklatante konditionelle Schwächen offenbarte, waren Zweifel an der Klasse des "Russian Warrior" aufgekommen.

Die sind auch mit dem Sieg über Rahman, dem ersten Kampf unter seinem neuen Trainer, dem ehemaligen Weltklasse-Boxer Kostya Tszyu, nicht völlig zerstreut.

Powetkin selbstbewusst

Bis zum 27. Februar muss Klitschko - ein Sieg am 10. November gegen den Polen Mariusz Wach vorausgesetzt - gegen Powetkin antreten.

Und der freut sich nach eigener Aussage auf den "schwierigen und interessanten" Kampf: "Ich gehe immer in den Ring, um zu gewinnen. Auch gegen Klitschko gehe ich in den Ring, um zu gewinnen. Das ist immer das Ziel."

Powetkin redet eben nicht mehr, als er muss.

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