Vitali (l.) und Wladimir Klitschko haben alle wichtigen WM-Gürtel im Schwergewicht © getty

Haye sieht in Vitalis Politik-Engagement eine Ausrede. Huck will den jüngeren der Klitschko-Brüder "auch auf dem Mond" boxen.

München - Wladimir gegen Marco Huck, Vitali gegen David Haye - den Klitschkos winken nach einigen Langweilern wieder interessante WM-Duelle im Schwergewicht.

Die Gegner im Boxring jedenfalls stehen schon Gewehr bei Fuß.

"Na, prima. Ich bin für Klitschko endlich mal eine Herausforderung. Ich habe eine gute Deckung und kann richtig zuschlagen. Ich boxe Wladimir überall, auch auf dem Mond", sagte der 28-jährige Huck der "Bild".

Der britische Ex-Champion Haye forderte den älteren der beiden Klitschkos erneut mit markigen Worten heraus.

"Lasst Vitali nicht das Parlament als Ausrede nutzen, um vor dem größten und besten Kampf im Boxen davonzulaufen", sagte der "Hayemaker" der "Sport Bild".

"Huck ist ein interessanter Typ"

Das Angebot von Wladimir Klitschko hat Cruiser-Gewichtsweltmeister Marco Huck gerne vernommen.

Klitschko-Manager Bernd Bönte hatte erklärt, dass er sich einen Kampf gegen Huck gut vorstellen könnte.

"Huck ist ein interessanter Typ, der sich auch gut verkaufen lässt", so Bönte. Zuletzt hatte es wieder Kritik an den schwachen Klitschko-Gegnern gegeben.

Huck hatte bereits im Februar einen Ausflug ins Schwergewicht unternommen, allerdings gegen den Russen Alexander Powetkin nach Punkten verloren (NEWS: Alles zum Boxen).

TV-Rechte ein Problem

Auch Huck ist von der Zugkraft des Mega-Kampfes überzeugt.

"Mit diesem Kampf könnte man das Berliner Olympiastadion füllen", sagte Käpt'n Huck.

Der gebürtige Serbe mit Wohnsitz Berlin wird zunächst am 3. November seinen Titel im Cruisergewicht gegen den ehemaligen WBA-Champion Firat Arslan in Halle/Westfalen verteidigen.

Bönte machte aber auch klar, dass ein Kampf nur beim Klitschko-Haussender "RTL" stattfinden könnte. Huck ist bei der Konkurrenz Sauerland unter Vertrag, die ihre Kämpfe in der "ARD" überträgt. Erste Gespräche beider Lager führten zu keinem Erfolg.

Millionen für die Klitschkos

Mit "RTL" soll das Klitschko-Lager vor einer Vertragsverlängerung stehen.

Mit dem Fight von Vitali Klitschko gegen Manuel Charr am 8. September in Moskau war der Kontrakt ausgelaufen.

"Wir gehen davon aus, dass die Vertragsunterzeichnung bis zum Kampf von Wladimir gegen Mariusz Wach am 10. November geschehen ist", sagte Bönte der "Sport Bild".

Man habe bereits in vielen Punkten Einigung erzielt. Bisher sollen die Klitschkos 2,5 bis 3,5 Millionen Euro pro Kampf erhalten haben. Der neue Vertrag soll ähnliche Konditionen beinhalten.

Politik wichtiger als Haye-Kampf

Unterdessen hofft David Haye, dass sich Vitali Klitschko durch seine politischen Ambitionen nicht von einem Duell abhalten lässt.

WBC-Champion Klitschko will am 28. Oktober für seine Partei UDAR kandidieren. Sollte ihm der Einzug ins ukrainische Parlament gelingen, scheint der Kampf gegen Haye vom Tisch.

Bönte vermutet: "Wenn Vitali nach der Wahl ein politisches Amt bekleidet, in dem er etwas bewegen kann, dann gehe ich davon aus, dass er seine Boxkarriere beendet. Der Kampf für Demokratie und gegen Korruption ist deutlich wichtiger als ein Kampf gegen David Haye."

Vitali nicht abgeneigt

Haye hatte im Sommer 2011 seinen WM-Titel in Hamburg durch eine Punktniederlage an Wladimir Klitschko verloren.

Mitte Juli meldete sich der Brite durch seinen 26. Sieg im 28. Profikampf gegen Dereck Chisora zurück.

Allerdings hatte Vitali Klitschko in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass er seinen Erzfeind Haye noch gerne vor die Fäuste bekäme.

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