Marco Huck und Ola Afolabi boxten bereits 2009 gegeneinander. Folgt Teil 3? © getty

In einem harten Fight rettet Marco Huck seinen Cruiser-Titel mit einem Unentschieden. Alles deutet auf ein Re-Match hin.

Erfurt - Ola Afolabi hatte sich gerade frisch geduscht, da wollte er schon wieder gegen Marco Huck in den Ring steigen.

"Wir müssen das unbedingt ganz schnell wiederholen und dieses Kapitel endgültig beenden", sagte Afolabi.

Kurz zuvor hatte er Box-Weltmeister Huck ein Unentschieden (114:114, 113:115, 114:114) abgerungen und war in einem hochdramatischen Kampf in Erfurt nur hauchdünn an seinem ersten WM-Titel im Cruisergewicht vorbeigeschrammt. (NEWS: Krimi! Huck bleibt Weltmeister)

"Ola hat mir wirklich alles abverlangt und dafür Respekt verdient. Aber ich bin ein Kämpfer, ein Krieger und wollte den Gürtel unbedingt behalten", sagte Huck, der sich ein drittes Duell gegen den Briten ebenfalls vorstellen kann und die Herausforderung annahm. "Er soll nur kommen", sagte der 27 Jahre alte Berliner.

Huck explodiert

Vor 5.500 Zuschauern in der ausverkauften Erfurter Messehalle zeigten die beiden Heißsporne zwar nicht das technisch beste Boxen, lieferten sich dafür aber einen atemberaubend intensiven Fight.

"Mit einem Unentschieden sind wir beide gut weggekommen", sagte Hucks Trainer Ulli Wegner. Und Afolabi-Coach Fritz Sdunek meinte: "Das war Boxen pur. Und dieses Unentschieden beim Gastgeber ist für uns eigentlich wie ein Sieg."

Tatsächlich befand sich der 32 Jahre alte Afolabi lange auf dem besten Weg, Huck seine dritte Profiniederlage zuzufügen und lag nach den ersten Runden nach Punkten knapp vorn.

Doch in Runde neun explodierte Huck förmlich und hatte seinen Gegner nach einem Treffer-Feuerwerk kurz vor dem Knockout. "Nur das Rundenende hat ihn gerettet", sagte Huck: "Ich habe am Ende nochmal alles gegeben, was ich hatte." (NEWS: Alles zum Boxen)

Wegner nicht zufrieden

Und dieses nicht unbedingt erwartete Comeback begeisterte die Zuschauer - und seinen Trainer. "So wie er zurückgekommen ist, das war schon beeindruckend und verdient Anerkennung. Aber boxerisch war ich mit ihm nicht zufrieden", sagte Wegner.

Nach seinem Ausflug ins Schwergewicht und der unglücklichen Punktniederlage gegen den Russen Alexander Powetkin im Februar wirkte Huck schnell platt und konnte seine knallharten Schläge nicht wie gewohnt platzieren. "Er braucht jetzt erstmal eine Pause", sagte Wegner.

Im Oktober soll er wieder in den Ring steigen und seinen WBO-Gürtel erneut verteidigen.

"Um 100 Prozent gesteigert"

Erst im darauf folgenden Kampf wird es wohl wieder gegen Afolabi gehen. "Wir sollten einen Rückkampf machen", sagte Geschäftsführer Chris Meyer vom Sauerland-Boxstall. Bereits 2009 trafen beide aufeinander, damals hatte Huck nach Punkten gesiegt.

"Ich denke, dass ich im nächsten Kampf noch bessere Chancen habe. Aber ich erkenne Marcos Leistungen an, er hat sich im Vergleich zu damals um 100 Prozent gesteigert", sagte Afolabi.

Sdunek habe den Boxer von K2, der Promotionfirma der Klitschko-Brüder Witali und Wladimir, optimal vorbereitet. "Er hat mich immer wieder auf die Schiene gestellt, wenn ich ins Wackeln gekommen bin."

Unentschieden im Trainer-Duell

Nach dem Unentschieden steht es im Duell der beiden deutschen Trainer-Ikonen weiterhin Unentschieden.

"Damit kann ich leben", sagte der 65-Jährige Sdunek, der im Profigeschäft erst zum dritten Mal mit einem seiner Schützlinge auf den 70 Jahre alte Wegner traf.

Zuvor hatte es 1:1 gestanden.

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