Marco Huck (r.) hat seit August 2009 die deutsche Staatsbürgerschaft © getty

Weltmeister Marco Huck will bei seinem Comeback im Cruisergewicht Ola Afolabi ganz schnell auf die Bretter schicken.

Erfurt - Auf das Urteil der Punktrichter will sich Marco Huck nicht verlassen.

"Ich will auch keinen Schönheitspreis gewinnen", sagt der Box-Weltmeister vor seinem Comeback im Cruisergewicht gegen Ola Afolabi.

Der 27-Jährige will den britischen Interims-Champion am Samstag in Erfurt auf die Bretter schicken "und vorzeitig gewinnen".

Doch der Knock-out dürfte nicht so einfach werden, wie sich "Käpt'n" Huck das vorstellt.

Fünf Kilo abgespeckt

Huck hat ein hartes Trainingsprogramm hinter sich, er musste nach seinem Schwergewichtskampf gegen den Russen Alexander Powetkin, den er im Februar nach Punkten unglücklich verloren hatte, etwa fünf Kilogramm Muskelmasse abspecken.

Gemeinsam mit Trainer-Ikone Ulli Wegner hat er sich akribisch auf den Kampf vorbereitet. "Er hat enormes Potenzial. Er wird noch einige Kritiker überzeugen", sagte Wegner.

In den vergangenen Tagen lieferten sich die beiden Profis in der thüringischen Landeshauptstadt die üblichen heißen Wortgefechte. "Er braucht schon eine Kanone, um mich zu besiegen", hatte Afolabi gesagt. Huck konterte: "Meine Härte wird Afolabi nicht aushalten. Träumen darf er von der WM, aber meinen Gürtel holt er sich nicht." ("Kryptonite" Afolabi: Huck "ist nicht der Schlauste")

Cheesburger und Mädels

Fakt ist: Anders als beim ersten Duell im Jahr 2009 in Ludwigsburg dürfte es deutlich knapper zugehen.

Damals hatte Huck nach Punkten gewonnen und seinen Titel damit erfolgreich verteidigt. Nach eigener Aussage ist der in den USA lebende Afolabi seit diesem Fight aber ein ganz anderer Boxer (NEWS: Alles zum Boxen).

"Da habe ich sechs Sit-ups gemacht, Cheeseburger gefuttert und bin den Mädels hinterhergelaufen", sagte der 32-Jährige.

Kompletter Fighter

Doch seit 2010 steht er bei K2, der Promotionfirma der Klitschko-Brüder Vitali und Wladimir, unter Vertrag, und hat in Fritz Sdunek einen Weltmeistertrainer in seiner Ringecke.

Er habe ihn zu einem kompletten Fighter gemacht, auch deswegen ist der Sieg im WM-Kampf möglich.

Seit seinem Sieg durch technischen K.o. am 3. März gegen den Russen Waleri Brudow darf sich Afolabi immerhin schon Interims-Weltmeister der WBO nennen - jetzt soll der große Coup folgen.

Zwei Pleiten in 34 Kämpfen

Der Mann mit nigerianischen Wurzeln, der mit insgesamt acht älteren Brüdern aufgewachsen ist, könnte für Huck zum echten Prüfstein werden.

"Ich nehme ihn sehr ernst", sagt Huck, der von seinen 34 Profikämpfen nur zwei verloren hat. Er wisse um die enormen Leistungssteigerungen des Briten.

"Es wird Blut fließen"

Auch Afolabi selbst geht nicht von einem Kampf über zwölf Runden aus. "Entweder er knockt mich aus, oder ich knocke ihn aus. Ich bin überzeugt, dass Blut fließen wird", sagte der Linksausleger, der 19 seiner 24 Profikämpfe gewonnen hat.

Das Duell der beiden Heißsporne in der thüringischen Landeshauptstadt ist auch ein Duell ihrer Trainer, die sich seit 43 Jahren kennen.

Erst zum dritten Mal treffen Ulli Wegner und Fritz Sdunek mit ihren Schützlingen im Profibereich aufeinander. Bislang steht es 1:1. Und nach dem Kampf? "Dann steht es 2:1 für mich", sagte Sdunek. Wegner will das unbedingt verhindern.

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