Michael Sam will in der NFL für Furore sorgen. © getty images

Die St. Louis Rams haben den homosexuellen Defensive End Michael Sam verpflichtet. Seine Reaktion auf die Bekanntgabe? Er küsste seinen Freund vor laufender Kamera. Das Echo war jedoch nicht nur positiv. Eine Moderatorin flüchtete bei einer anschließenden Diskussion im Rahmen einer TV-Sendung gar aus dem Studio.

Es war der womöglich schönste Moment in seinem Leben, bestimmt aber in seiner noch jungen Karriere. Michael Sam (24) wurde in die NFL gedraftet. Neben vielen Glückwünschen stößt einigen Amerikanern jedoch auf, dass der Rookie einen Mann geküsst hat - live im Fernsehen.

"Es tut mir Leid, aber das vor laufender Kamera, Michael Sam, war nicht richtig", schimpfte der frühere NFL-Profi und Super-Bowl-Sieger Derrick Ward via Twitter. Ein Profi der Miami Dolphins schrieb "ekelhaft". Löschte seinen Tweet später wieder.

In einer Diskussionsrunde auf Dallas TV kritisierte Co-Moderatorin Amy Kushnir den Kuss im Live-Fernsehen: "Wenn Eltern nicht mehr entscheiden können, ob ihre Kinder so etwas sehen sollen, dann ist es falsch", sagte Kushnir. Die Moderatorin verabschiedete sich im Lauf der Diskussion vorzeitig mit den Worten "Mir reicht's!"

Michael Sam ist der erste Spieler in der NFL, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hat. Nach seinem Outing scheint man in Amerika noch nicht zum alltäglichen Geschäft zurückgekehrt zu sein. Obwohl Sam als einer der besten Nachwuchsspieler auf seiner Position gilt, wurde er erst als siebtletzter Neuling ausgewählt. Sein angriffslustiger Kommentar in der "LA Times": "Bei jedem Team, das mich nicht beachtet hat, habe ich mir vorgestellt, wie ich demnächst ihren Quarterback umreiße."

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