Laura Ludwig (l.) wurde 2008 und 2010 jeweils mit Sara Goller Europameisterin © imago

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst feiern ihre EM-Medaille feuchtfröhlich - Holtwick/Semmler stöhnen: "Schlimmer geht es nicht."

Klagenfurt - Die letzten Sonnenstrahlen lagen über dem Wörthersee, da meldeten sich Laura Ludwig und Kira Walkenhorst noch einmal zu Wort.

"Und zu Ende geht ein schöner Tag...", schrieb das Beachvolleyball-Duo bei Facebook und verbreitete mit einem Foto sommerliche Abendstimmung.

Wenige Stunden nach dem Gewinn der EM-Bronzmedaille waren die Hamburgerinnen rundum zufrieden, der Frust über die verpasste Chance auf mehr hatte sich längst verflüchtigt.

"Ein superwichtiges Ergebnis"

"Die Freude ist riesengroß, vor allem nach dem verlorenen Halbfinale - das hat uns wirklich total geärgert", sagte Ludwig, die das erste Edelmetall an der Seite ihrer neuen Partnerin in Klagenfurt/Österreich mit einem Sprung ins Wasser feierte.

Für die 27-Jährige, mit der zurückgetretenen Sara Goller zweimal Europameisterin, war der Erfolg nur eine Frage der Zeit: "Mir war bewusst, dass wir ein gutes Team werden. Wir sind beide sehr willensstark und ehrgeizig. Die Bronzemedaille ist für uns ein superwichtiges Ergebnis."

Vier Wochen nach dem fünften Platz bei der WM im polnischen Stare Jablonki schafften Ludwig/Walkenhorst den ersehnten Sprung aufs Treppchen.

Nur Blech für die Topgesetzten

Leidtragende waren keine Geringeren als Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Das Duo aus Essen unterlag im "kleinen Finale" mit 0:2 (17:21, 18:21) und ging völlig leer aus. Dabei waren die topgesetzten deutschen Meisterinnen mit großen Hoffnungen an den Start gegangen.

Entsprechend sah die Gefühlslage aus. "Solch ein Spiel will man auf keinen Fall verlieren, ein Turnier am letzten Tag mit zwei Niederlagen zu beenden, schlimmer geht es nicht", sagte Semmler: "Es ging darum, die letzten Reserven zu mobilisieren, nach einer schweren Woche beim Grand Slam in Los Angeles und bei dieser Hitze hat es am Ende nicht gereicht."

Im Halbfinale hatten Holtwick/Semmler am Samstagvormittag ein 0:2 gegen die Spanierinnen Liliana Fernandez Steiner/Elsa Baquerizo Macmillan kassiert.

udwig/Walkenhorst waren an den österreichischen Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger gescheitert. Die Lokalmatadorinnen holten sich später den Titel.

Erdmann/Matysik auf Platz 5

Bei den Männern war der Kampf um die Medaillen aus deutscher Sicht zu früh beendet. Die letzten drei im Turnier verbliebenen Paarungen schieden allesamt im Viertelfinale aus, allen voran die WM-Dritten Jonathan Erdmann und Kay Matysik.

Das an Nummer sechs gesetzte Berliner Duo kassierte ein 0:2 gegen die Italiener Nicolai Paolo/Daniele Lupo.

Auch Lars Flüggen/Alexander Walkenhorst (Berlin/Kiel) sowie Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif (Hamburg) mussten sich nach Niederlagen mit Platz fünf begnügen. Der Titel ging an die Spanier Adrian Gavira Collado/Pablo Herrera.

Weiter geht?s in Berlin

Für Erdmann/Matysik, die im Achtelfinale noch die Weltmeister Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen (Niederlande) ausgeschaltet hatten, kam die Niederlage unerwartet.

"Es war für uns überraschend, gegen die Italiener zu verlieren. Die Enttäuschung ist schon ziemlich groß", sagte Erdmann: "Wir wollten eine Medaille holen. Wir haben in diesem Spiel nicht unser bestes Volleyball gezeigt - das schmerzt natürlich umso mehr."

Zum Glück geht es schnell weiter. In dieser Woche steht für Erdmann/Matysik der Grand Slam in Berlin (6. bis 11. August) an. Auch Ludwig und Walkenhorst sowie Holtwick und Semmler sind auf der Waldbühne dabei.

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