Laura Ludwig (r.) wurde 2011 von der FIVB zum "Best Offensive Player" gewählt © getty

Nach der Trennung von Sara Goller spricht Laura Ludwig bei SPORT1 über das Wie und Warum sowie ihre neue Partnerin.

Von Hardy Heuer

München - Sie schienen unzertrennlich. Und doch gehen Laura Ludwig und Sara Goller von nun an getrennte Wege.

Mit dieser Nachricht überraschte das Berliner Erfolgs-Duo am Montag die Sportwelt (BERICHT: Deutsches Top-Duo löst sich auf).

Nach zwei Europameistertiteln, vier nationalen Titeln und zwei Olympia-Teilnahmen verkündete die 28-jährige Goller sogar ihr Karriereende.

Doch Ludwig macht weiter, und das mit vollem Elan.

"Mein großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio", verrät die 26-Jährige bei SPORT1.

Im SPORT1-Interview spricht Laura Ludwig über die Trennung von Sara Goller, private wie sportliche Folgen und ihre neue Partnerin.

SPORT1: Nach zehn Jahren ist die erfolgreiche Ära Goller/Ludwig zu Ende gegangen. Wie sieht es in Ihnen momentan aus?

Laura Ludwig: Mir geht es gut. Wir wussten genau genommen seit 8 Jahren, dass wir 2012 in uns gehen und uns fragen müssen, ob bzw. wie wir weitermachen wollen. Es war deshalb kein überraschendes Ende, sondern ein Prozess und eine gemeinsame und reflektierte Entscheidung. Sara hat für sich entschieden mit dem Leistungssport aufzuhören. Ich will bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio weitermachen, weil Beachvolleyball mein Leben ist. Ich habe neue Ziele und freue mich auf die Herausforderung.

SPORT1: Seit wann wussten Sie von der Entscheidung und wie lief das Ganze ab?

Ludwig: Final haben wir die Entscheidung vor zwei Wochen getroffen. Wir haben uns zusammengesetzt, darüber gesprochen und es dann gemeinsam entschieden.

SPORT1: Sie und Sara Goller haben jahrelang eng miteinander gearbeitet, kennen sich wohl in und auswendig - sportlich und privat. Ist es, als ob ein großer Teil von ihnen wegbricht?

Ludwig: Natürlich. Wir haben die letzten 10 Jahre Seite an Seite gelebt, gekämpft, gearbeitet und knapp 300 Tage im Jahr miteinander verbracht. Wir haben uns mehr gesehen, als unsere Partner, Freunde und Familien. Jetzt müssen wir uns erst mal daran gewöhnen, dass wir uns nicht mehr sehen. Den Kontakt werden wir auf jeden Fall halten, weil wir ja nicht im Streit auseinandergehen.

SPORT1: Es schien förmlich, als ob das Duo Goller/Ludwig unzertrennlich wäre. Haben Sie, als die Entscheidung von Sara Goller feststand, kurzzeitig überlegt, auch aufzuhören?

Ludwig: Nein, ich habe nie mit diesem Gedanken gespielt. Für mich war immer klar, dass ich weitermachen möchte.

SPORT1: Wie sieht es mit der Suche nach einer Partnerin aus?

Ludwig: Ich habe mich dazu entschieden, mit Kira Walkenhorst weiterzumachen. Das ist eine junge Spielerin mit viel Potential. Sie wird auch nach Hamburg ziehen, wo wir wie bisher im Olympiastützpunkt trainieren dürfen. Kira hat 2012 das erste Jahr international gespielt. Sie ist bereit und motiviert jetzt mehr zu trainieren und zu spielen.

SPORT1: Haben Sie eine zweite Sara Goller gesucht?

Ludwig: Nein, ich habe mir einfach alle Blockspielerinnen angesehen und auf jeden Fall eine große Blockspielerin mit einem guten Ballgefühl gesucht. Ich wollte auch sehr gerne mit einer jüngeren Spielerin zusammenarbeiten. Jetzt versuchen wir noch das Trainerteam zusammenzustellen.

SPORT1: Muss sich ihre neue Partnerin auf Sie einstellen oder müssen Sie sich umstellen?

Ludwig: Wir müssen uns beide aufeinander einstellen. Wir kennen uns noch nicht wirklich und müssen erst mal schauen, wie wir zueinander passen. Wir werden sehr viel trainieren und einfach geduldig sein müssen. Ich glaube aber, dass wir uns schnell aneinander gewöhnen werden, weil Kira sehr schnell lernt und uns ein gemeinsames Ziel motiviert.

SPORT1: Welche Ziele verfolgen Sie jetzt?

Ludwig: Mein großes Ziel, das aber in weiter Ferne liegt, sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Die Etappen auf dem Weg dorthin stehen noch nicht im Detail fest. Wir werden uns ab Ende Oktober mit dem Trainerteam zusammensetzen, Ziele bestimmen und das Ganze Schritt für Schritt angehen.

SPORT1: Woran werden Sie sich am liebsten zurückerinnern?

Ludwig: Sara und ich sind zusammen im Beachvolleyball groß geworden, haben voneinander gelernt und uns gegenseitig Kraft gegeben. Das werde ich mit Sicherheit vermissen. Wir waren ein willensstarkes Team und haben niemals aufgegeben. Ich hatte mit Sara immer eine starke Kämpfernatur neben mir, die uns nach vorne gebracht hat. Wir haben uns immer den Rücken gestärkt.

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