Frank Menz (r.) wurde 2012 Nachfolger von Svetislav Pesic als Bundestrainer © imago

Deutschland will gegen Schweden die Pleitenserie beenden. Der "Gradmesser" ist zugleich Aufbaugegner, kommt aber mit NBA-Profis.

Bamberg - Schon in wenigen Tagen steht der Abflug nach Ljubljana an, doch erst einmal wollen sich die deutschen Basketballer ein wenig Selbstvertrauen zurückholen.

"Ich glaube, dass ein Erfolgserlebnis ganz wichtig für uns wäre", sagt Nationalspieler Lucca Staiger mit Blick auf die EM-Generalprobe gegen Schweden am Freitag in Bamberg (19.30 Uhr): "Ein Sieg gibt immer Rückenwind, und dann können wir mit einem guten Gefühl nach Slowenien fahren."

Staiger und seine jungen Mannschaftskollegen könnten ein solches Erfolgserlebnis gut gebrauchen, das letzte liegt nämlich schon etwas länger zurück. Seit fast drei Wochen hat die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in der Vorbereitung kein Spiel mehr gewonnen.

Deshalb hofft Bundestrainer Frank Menz auf ein "positives Ende. Wir rechnen uns gegen Schweden eine Siegchance aus".

Vorige fünf Duelle gewonnen

Ganz bewusst wurde der Kontrahent aus der erfolgreichen EM-Qualifikation (81:66 und 91:86) für den letzten von insgesamt 13 Tests vor der EuroBasket (4. bis 22. September) ausgewählt.

Einerseits, weil die Schweden zuletzt fünfmal in Serie besiegt wurden und schlagbar sind. Andererseits, weil sie laut Menz "auf einem vergleichbaren Niveau wie einige unserer Gruppengegner" spielen.

Schweden ist ein echter "Gradmesser", das hat auch DBB-Präsident Ingo Weiss Anfang der Woche betont. Denn der EM-Teilnehmer, der sich das Ticket als Tabellenzweiter hinter dem ungeschlagenen Gruppensieger Deutschland geholt hatte, war zuletzt zweimal gegen Vorrundengegner des DBB-Teams angetreten.

Mit NBA-Profis Jerebko und Taylor

Der Ukraine unterlag die Mannschaft um die NBA-Profis Jonas Jerebko (Detroit Pistons) und Jeffery Taylor (Charlotte Bobcats) bei einem Turnier in Polen mit 74:86, Großbritannien schlugen die Schützlinge des amerikanischen Trainers Bradley Dean mit 85:68.

Ein Sieg gegen die "Tre Kronor" muss her, neues Selbstvertrauen muss her. Ein weiterer Tiefschlag würde die Stimmung nach den Ergebnissen vom vergangenen Wochenende weiter trüben.

Beim Supercup in Ulm hatte es gleich drei Niederlagen gegen Bosnien und Herzegowina (62:73) (Bericht), Mazedonien (67:81) (Bericht) sowie Griechenland (62:78) (Bericht) gesetzt. Doch diese drei EM-Starter sind deutlich stärker einzuschätzen als die Schweden.

Pleiß zurück in die "Frankenhölle"

Besonders motiviert dürften beim letzten Härtetest in der Bamberger "Frankenhölle" Karsten Tadda, Maik Zirbes und Tibor Pleiß zur Sache gehen.

Tadda und Zirbes stehen beim deutschen Meister Brose Baskets Bamberg unter Vertrag und spielen vor ihrem Heimpublikum. Pleiß war im vergangenen Jahr von der deutschen Nummer eins zum spanischen Erstligisten Laboral Kuxta Vitoria gewechselt.

Ein Wahl-Franke ist dagegen nicht mehr dabei: Am Tag der Generalprobe strich Menz mit Nicolai Simon (medi bayreuth) den letzten Spieler aus dem Kader und legte sich damit auf sein Dutzend für Slowenien fest.

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