Bundestrainer Menz setzt in der Mitte auf die Aufräumarbeit von Bambergs Maik Zirbes © getty

Zwei Wochen vor der EM simuliert der Bundestrainer beim Supercup den Ernstfall. Trotz des harten Programms sind Klatschen tabu.

Ulm - Für Nettigkeiten ist keine Zeit mehr.

Weniger als zwei Wochen vor dem Start in die Basketball-EM probt die deutsche Nationalmannschaft beim Supercup in Ulm am Wochenende den Ernstfall.

"Die Spiele werden sicher keinen Freundschaftscharakter haben. Es geht schließlich auch darum, vor der EM ein Statement abzugeben", stellt Bundestrainer Frank Menz klar.

Bosnien und Herzegowina, Mazedonien sowie Griechenland heißen die Gegner beim traditionellen Vierländerturnier. Allesamt ebenfalls bei der EuroBasket in Slowenien (4. bis 22. September) dabei.

"Ein ganz wichtiger Härtetest" sei dies für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), sagt Menz und setzt sein Team erstmals richtig unter Druck.

Es geht um Ergebnisse und Rhythmus

Bislang hat der Schwerpunkt in der Vorbereitung vor allem auf dem Training gelegen.

Die Tests spielten eher eine untergeordnete Rolle.

Dies stellte Menz zuletzt immer wieder klar und ließ sich deshalb trotz der klaren Niederlagen am vergangenen Samstag bei Europameister Spanien (54:85) und eine Woche zuvor gegen Griechenland (52:80) nicht aus der Ruhe bringen.

Doch jetzt geht es auch um Ergebnisse - und um den Rhythmus.

Simulation der EM-Vorrunde

"Wir treten gegen drei sehr starke Gegner an drei Tagen an. Besser kann man die EM-Vorrunde nicht simulieren", sagt der 49-jährige Menz.

In Ljubljana wird es für das DBB-Team in der ersten Gruppenphase mit fünf Spielen in sechs Tagen ähnlich anstrengend.

Dort geht es in der machbaren Gruppe A gegen Frankreich, Belgien, die Ukraine, Großbritannien und Israel.

Letzte Möglichkeit für Änderungen

Der Saisonhöhepunkt rückt für die junge deutsche Mannschaft langsam näher.

Nach dem Supercup steht nur noch das Länderspiel gegen Schweden am Mittwoch in Bamberg auf dem Programm.

Darum hat das Turnier einen besonderen Stellenwert.

"Es ist fast schon die letzte Gelegenheit, noch einmal etwas auszuprobieren und gegebenenfalls zu ändern", sagt Menz.

Keine Verletzungssorgen

Personelle Sorgen plagen den neuen Bundestrainer in dieser wichtigen Phase nicht mehr.

Auch das "Sorgenkind" hat den Anschluss geschafft. "Robin Benzing kann endlich voll trainieren und spielen. Jetzt kann ich sagen: wir haben alle Mann an Bord", so Menz.

Es warten schwierige Aufgaben

Erstmals war der Forward von Bayern München in La Coruna aufgelaufen, als die deutsche Mannschaft von den Spaniern eine Lehrstunde erhalten hatte.

Und in Ulm warten erneut schwierige Aufgaben.

"Bosnien und Herzegowina könnte von der Stärke her zu einigen unserer Vorrundengegner passen", meint Menz: "Mazedonien ist ohne Zweifel ein europäisches Topteam. Griechenland ist für mich ganz klar ein Medaillenkandidat. Sie werden nur sehr schwer zu schlagen sein."

DDB-Team will den Titel verteidigen

Es wird wohl von Tag zu Tag schwerer. Dafür spricht auch die Bilanz.

Gegen Bosnien und Herzegowina (Freitag/20.30 Uhr) gab es bisher sechs Siege bei drei Niederlagen, gegen Mazedonien (Samstag/14.30) gelangen in sieben Duellen fünf Erfolge.

Deutlich schlechter sieht es gegen die Griechen (Sonntag/14.30) aus. In 48 Vergleichen setzte es 31 Niederlagen.

Den seit 1987 ausgetragenen Supercup hat die deutsche Mannschaft vor einem Jahr, als noch in Bamberg gespielt wurde, zum zweiten Mal nach 2004 gewonnen.

Vor allem wegen der starken Griechen wird es schwer, den Titel erfolgreich zu verteidigen.

Doch der Gastgeber wird es zumindest "mit aller Intensität" (Menz) versuchen.

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