Frank Menz (v.) wurde im Dezember 2012 zum Bundestrainer ernannt © imago

Nach zwei Pleiten gegen Top-Teams sichert sich die deutsche Auswahl mit einem Erfolg über Kroatien Rang drei in Straßburg.

Straßburg - Es war ein erster Rückschlag, mehr nicht.

Frank Menz wollte der klaren Niederlage seines Teams gegen Griechenland nicht zu große Bedeutung beimessen und sah das Positive.

"Auch solche Spiele sind ganz wertvoll für meine junge und unerfahrene Mannschaft, denn letztlich machen sie einen besser", sagte der Bundestrainer.

Zuvor hatte es beim 52:80 (26:39) in Straßburg erstmals in der EM-Vorbereitung eine richtige Packung gegeben.

Und Menz sollte Recht behalten. Im "kleinen Finale" des Vierländerturniers in Straßburg zeigte die DBB-Auswahl eine stark verbesserte Leistung und schlug Kroatien mit 73:63 (51:31).

Schaffartzik ist Topscorer

Bester Schütze war Kapitän Heiko Schaffartzik.

Der Neuzugang von Bayern München kam mit sieben erfolgreichen Dreier-Würfen auf 21 Punkte.

"Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht und eine gute Antwort auf die Niederlage gestern gegeben", sagte Coach Menz.

Und weiter: "Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, die heute eine kleinere Rotation gespielt hat, weil ich den Ernstfall proben wollte. Bei der EM kann es auch sein, dass wir ein Spiel deutlich verlieren und dann am nächsten Tag gewinnen müssen, daher hilft uns das sehr."

Team verkauft sich besser als erwartet

Nach einem 0:7-Fehlstart überzeugte die DBB-Auswahl besonders im furiosen zweiten Viertel, das mit 31:13 an das DBB-Team ging.

Spanien-Legionär Tibor Pleiß kam auf 14 Punkte, der Bamberger Maik Zirbes verbuchte 12 Zähler.

Menz hat knapp dreieinhalb Wochen vor Beginn der EuroBasket in Slowenien (4. bis 22. September) dennoch keinen Grund zur Beunruhigung. Sein Team misst sich derzeit ausschließlich mit "Großen" - und verkauft sich dabei besser als erwartet.

Auf Pleiten eingestellt

Schon vor den beiden Länderspielen unter der Woche gegen Frankreich in Mannheim (84:89) und in Straßburg (66:74) hatte sich der 49-jährige Menz darauf eingestellt, dass die Ergebnisse etwas deutlicher werden könnten.

Doch das Nationalteam überzeugte nicht nur zu Hause, sondern auch beim Vierländerturnier als Gast der mit NBA-Profis gespickten französischen Mannschaft um Superstar Tony Parker.

Menz auch überrascht

Damit hatte Menz nun wirklich nicht gerechnet.

"Ich bin überrascht, dass wir wieder so gut mitgehalten haben. Wir haben sehr gut gespielt gegen viel Druck. Das ist wichtig", sagte der Bundestrainer im Anschluss an den Test gegen den Vize-Europameister und Auftaktgegner bei der EM.

Gegen Griechenland "weggebrochen"

Lange hatte die deutsche Nationalmannschaft das Spiel offen gestaltet, die Quittung für den engagierten Auftritt gab es einen Tag später. Gegen die ebenfalls starken Griechen lief nicht viel zusammen.

"Es ist für uns schwierig, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gegen zwei europäische Topteams zu spielen. Wir haben uns gestern mit Herz gegen die französische NBA-Truppe ausgepowert, das ist für uns momentan nicht beliebig wiederholbar", erklärte Menz: "Am Ende sind wir leider weggebrochen."

Mit kleinen Schritten nach vorne

Menz hatte frühzeitig klargestellt, dass sich Frankreich, Griechenland und auch Kroatien derzeit auf einem anderen Niveau befinden.

Das gilt natürlich auch für Europameister Spanien, am kommenden Samstag in La Coruna nächster Prüfstein auf dem Weg nach Ljubljana.

Darum spielen die Ergebnisse derzeit auch nur eine untergeordnete Rolle. Es geht ausschließlich darum, kleine Schritte nach vorn zu machen. Das betont Menz immer wieder.

Mit dem Stand der Vorbereitung ist der gebürtige Berliner absolut zufrieden: "Wir befinden uns auf einem guten Weg."

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