Kapitän Heiko Schaffartzik (2. von r.) lieferte 13 Punkte und acht Rebounds ab © getty

Die DBB-Adler kämpfen tapfer gegen Frankreich. Schaffartzik geizt nicht mit Lob, Tadda stellt die Attribute des Teams heraus.

Von Florian Pertsch

München - Der Begriff Bauermänner gehört beim Deutschen Basketball Bund der Vergangenheit an.

Frank Menz übernahm im Dezember 2012 das Amt des Bundestrainers, nachdem Svetislav Pesic die Ära Dirk Bauermann beendet hatte.

Jetzt, mit einer blutjungen Truppe, drängt sich ein neuer Spitzname für die DBB-Adler auf: die Menzelmännchen.

Bei der 84:89-Niederlage im Testspiel für die EM in Slowenien gegen Frankreich bewies das unerfahrene Team von Coach Menz allerdings, dass ein dickes Länderspielkonto nicht alles ist.

Alle NBA-Stars sagen ab

Nach den Absagen der NBA-Stars Dirk Nowitzki, Chris Kaman, Tim Ohlbrecht, Dennis Schröder und Elias Harris sowie der Ausfälle der Leistungsträger Tibor Pleiß und Robin Benzing kämpfte sich die junge Truppe trotz eines 16-Punkte-Rückstands zur Halbzeit (32:48) zurück ins Spiel.

"Wir haben immer daran geglaubt, dass wir einen guten Job machen und sind nie unruhig geworden. Wenn unsere junge, unerfahrene Mannschaft gegen ein Team mit NBA-Stars und Euroleauge-Startern so spielt, dann ist mir für die EM nicht bange", erklärte Menz bei "DBB-TV".

Allein sechs NBA-Profis standen bei Frankreich im Kader, lediglich Tony Parker, Joakim Noah, Ronny Turiaf und Ian Mahinmi waren nicht mit dabei.

Batum und de Colo drehen auf

Es war also keine große Überraschung, dass die Topscorer der Partie auf Seiten des Vize-Europameisters zu finden waren.

Nicoals Batum von den Portland Trail Blazers (18 Punkte) und Nando de Colo, NBA-Vizemeister der San Antonio Spurs, mit 15 Punkten und sechs Assists überzeugten im Team von Trainer Vincent Collet.

Der Knackpunkt des Spiels lag aber unter den Körben, denn die Verletzung von Pleiß konnte die DBB-Auswahl nicht kompensieren.

"Bei den Rebounds und der Wurfquote war Frankreich sehr gut, aber das war auch klar. Wir waren schließlich auf den großen Positionen sehr geschwächt. Das hat sich in der Abwehr bemerkbar gemacht", sagte Menz, sieht sein Team aber auf dem richtigen Weg.

Ajinca dominiert Zirbes

2,18-m-Hüne Alexis Ajinca (13 Punkte, 6 Rebounds) wies Bambergs Center Mike Zirbes (5/0) seine Grenzen auf.

Top-Rebounder der Deutschen war Aufbauspieler Heiko Schaffartzik (13/8), der zusätzlich drei von acht Distanzwürfen verwandelte und mit College-Spieler Niels Giffey die meisten Punkte bei den Menzelmännchen erzielte.

Kapitän Schaffartzik stellte seinen Teamkollegen ein gutes Zeugnis aus. "Sie haben Big Plays gemacht, schwierige Würfe getroffen - gegen NBA-Spieler im Eins gegen Eins, super verteidigt", lobte der neue Bayern-Spieler.

Besonderes Lob für Giffey

Einen stellte er dabei besonders heraus: "Niels hat bisher eine große Rolle gespielt und wird auch in Zukunft eine große Rolle spielen."

Nach seinem zweiten Jahr am College in Connecticut übernimmt der 22-Jährige Giffey auch im DBB-Team zusehends Verantwortung.

"Der Coach hat mich bei der U20 und der A2 trainiert. Da haben wir eine gute Beziehung aufgebaut. Ich weiß aber auch, was er erwartet", erklärte der Huskies-Spieler: "Abseits des Courts legt er Wert auf Disziplin, auf dem Court will er Aggressivität in der Defense sehen. Wir sollen mit Selbstvertrauen spielen."

Tadda zieht positives Fazit

In der zweiten Halbzeit war das Selbstvertrauen dann schließlich da und folglich fällt auch das Fazit von BBL-Champion Karsten Tadda positiv aus.

"Wir waren am Anfang ein bisschen nervös und haben nicht unseren besten Basketball gespielt. In der Kabine haben wir gesagt, wir müssen selbstbewusst sein. In der zweiten Hälfte haben wir es geschafft, das Blatt noch einmal zu wenden. Das ist unsere Qualität. Wir sind jung, schnell und aggressiv", beschrieb der Bamberger die Reaktion auf den Halbzeit-Rückstand.

Für die EM in Slowenien sieht der Edelverteidiger des Meisters die Menzelmännchen gut aufgestellt und schätzt vor allem die gute Teamchemie unter Trainer Menz.

"Ich denke, unsere Mannschaft hat ein gutes Gefüge. Wir sind alle jung und hungrig. Der Sommer ist für uns etwas besonderes, denn in der Liga spielen wir ja immer gegeneinander. Wir freuen uns auf die EM", erklärte Tadda.

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