Niels Giffey (r.) spielt am College für die Connecticut Huskies © getty

Deutschland holt im EM-Test gegen den Vize-Europameister einen großen Rückstand fast auf und kann trotz Pleite zufrieden sein.

Mannheim - Die deutschen Basketballer haben sich im ersten Härtetest ihrer EM-Vorbereitung tapfer geschlagen und die zu befürchtende klare Niederlage gegen Frankreich verhindert.

In Mannheim unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Frank Menz dem mit sechs NBA-Stars gespickten Vize-Europameister nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte recht knapp 84:89 (32:48).

Das deutsche Team zog in diesem Sommer nach zuletzt vier Siegen zum ersten Mal den Kürzeren.

"Wir haben zur Halbzeit relativ klar zurückgelegen, hatten aber nicht das Gefühl, dass wir viel schlechter sind", sagte Menz: "Ich glaube, das war eine großartige Mannschaftsleistung, wir haben klasse gespielt."

Giffey und Schaffartzik Topscorer

Bereits am Freitag (20.30 Uhr) bietet sich Deutschland die Gelegenheit zur Revanche, wenn beide Mannschaften im Rahmen des Vier-Nationen-Turniers in Straßburg erneut aufeinandertreffen.

Das nächste Wiedersehen gibt es in gut vier Wochen zum Auftakt der EM-Endrunde in Slowenien (4. bis 22. September) in der Gruppe A, in der die weiteren Gegner Großbritannien, Israel, Belgien und Ukraine heißen.

Vor 6240 Zuschauern in der Mannheimer Arena waren Niels Giffey (Universität Connecticut) und Heiko Schaffartzik (Bayern München) mit jeweils 13 Punkten erfolgreichste Werfer der jungen Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB), die bei der EM auf die beiden NBA-Neulinge Dennis Schröder (Atlanta Hawks) und Elias Harris (Los Angeles Lakers) verzichten müssen.

Pleiß und Benzing fehlen

Aufseiten der Franzosen, bei denen sich Superstar Tony Parker für einige Tage eine schöpferische Pause gönnt und deshalb erst am Donnerstag zum Team zurückkehren wird, ragte Nicolas Batum von den Portland Trail Blazers mit 18 Zählern heraus.

Menz musste kurzfristig auf die Stammkräfte Tibor Pleiß (Fingerverletzung) sowie Robin Benzing (Trainingsrückstand) verzichten und schenkte auch deshalb allen Spielern Einsatzzeiten.

Die junge DBB-Truppe dankte es dem Trainer vor allen in Sachen Engagement mit einer tadellosen Vorstellung, für ein besseres Resultat fehlten aber unter anderem die nötige individuelle Klasse und die Kaltschnäuzigkeit.

Gute Moral

Etwa zwölf Minuten agierte Deutschland auf Augenhöhe mit dem Favoriten, beim Stand von 26:28 zog der Favorit allerdings das Tempo an und setzte sich bis zur Halbzeit deutlich ab.

Angesichts der klaren Führung von mehr als 20 Punkten schlichen sich bei den Franzosen leichte Fehler, die deutsche Mannschaft nutzte dies aus und machte es nach einem 16:0-Lauf noch einmal spannend. Der Sieg für Frankreich geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Bis zum Turnier in Straßburg wird Menz seinen derzeit 16-köpfigen Kader um zwei Spieler reduzieren. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung wird es zwei weitere Akteure treffen.

Weil neben Schröder und Harris auch Superstar Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks), Chris Kaman (L.A. Lakers) und Tim Ohlbrecht (Philadelphia 76ers) für die EM abgesagt haben, tritt die DBB-Auswahl erstmals seit vier Jahren wieder ohne NBA-Spieler bei der Endrunde an.

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