Heiko Schaffartzik (r.) feierte 2013 mit ALBA Berlin den Pokalsieg © imago

Der Ex-Berliner genießt seinen Aufstieg zum alleinigen Spielführer, will sich aber nicht groß ändern. Er lobt die Kameradschaft.

Mannheim - Eigentlich, sagt Heiko Schaffartzik, "habe ich das immer schon gemacht".

Die Rolle als Leader ist für den 29-Jährigen nichts Neues. Viel hat sich also für den ältesten und erfahrensten Basketballer im deutschen Aufgebot nicht verändert, obwohl er die Nationalmannschaft erstmals als alleiniger Kapitän zur EM in Slowenien (4. bis 22. September) führt.

Überraschend hatte Schaffartzik vor gut zwei Wochen den Vertrag bei seinem Heimatverein ALBA Berlin aufgelöst, um seinen Teamkollegen Yassin Idbihi und Nihad Djedovic zu Bayern München zu folgen.

Auch Thompson nach München

Da später auch ALBA-Topscorer Deon Thompson diesen Weg ging, läuft Schaffartzik in der kommenden Saison praktisch wieder mit den gleichen Spielern auf, mit denen zusammen er Pokalsieger wurde.

Vor Beginn der für Beko-BBL-Verhältnisse ungewöhnlichen Reisewelle in den Süden gab es reichlich Nebengeräusche.

Schaffartzik hatte sich im April in der Hauptstadt für Idbihi eingesetzt und die Klubführung öffentlich kritisiert. Die Antwort kam schnell. "Was Heiko sagt, ist nicht wichtig", sagte Geschäftsführer Marco Baldi. Der Anfang vom Ende.

Neues Kapitel für Schaffartzik

ALBA hat sich mittlerweile ganz neu aufgestellt. Und auch für Schaffartzik beginnt das nächste Kapitel.

In Deutschland ist der 73-malige Nationalspieler für Berlin, Gießen, Nürnberg, Oldenburg, Ludwigsburg und Braunschweig aufgelaufen, zwischendurch spielte er in der Türkei für Ankara.

In München spielt der Point Guard wieder unter Svetislav Pesic, dem früheren Bundestrainer, der ihn vor Beginn der EM-Qualifikation im vergangenen Jahr befördert hatte.

Gemeinsam mit Jan-Hendrik Jagla füllte der Spielmacher das Kapitänsamt als Nachfolger des verletzten Steffen Hamann aus. Dieser hat seine Karriere im Nationalteam inzwischen beendet, Jagla nimmt eine Auszeit.

Menz setzt auf den Ex-Berliner

Da war es die logische Konsequenz für Pesic-Nachfolger Frank Menz, nur noch auf Schaffartzik zu setzen.

Noch keine 30, ist der Kapitän nach den Absagen von Jagla (32), NBA-Superstar Dirk Nowitzki (35) und Chris Kaman (31) schon der Älteste im nicht ganz freiwillig verjüngten Team.

Lediglich Philipp Zwiener (28) und Alex King (28) sind ähnlich "alt", aus dem 84er Jahrgang ist Schaffartzik aber der einzige.

Seit Anfang Juli bereitet sich Schaffartzik mit der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) auf seine dritte Europameisterschaft vor. Das Team sieht er nach den Trainingslagern in Kienbaum, Rotenburg an der Fulda und Heidelberg auf einem guten Weg.

"Einen Monat lang sehr hart gearbeit"

"Wir haben einen Monat lang sehr hart gearbeitet, haben eine tolle Kameradschaft und Stimmung", sagt Schaffartzik. Auch die Tests gegen die Leichtgewichte Slowakei und Portugal konnten sich sehen lassen: "In den bisherigen Spielen haben wir gut ausgesehen und gut gespielt."

Ernst wird es erst am 4. September, wenn zum Auftakt der EuroBasket in Ljubljana die starken Franzosen warten.

Nach dem bemerkenswerten 84:89 am Dienstag, zu dem Schaffartzik 13 Punkte beisteurte, gibt es am Freitag einen weiteren Vorgeschmack .

Für den Kapitän, der unter Dirk Bauermann an den EM-Endrunden 2009 in Polen und 2011 in Litauen teilgenommen hat, genau das Richtige: "Da werden wir sehen, wo wir im Vergleich mit einem der Medaillenfavoriten stehen."

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