Lucca Staiger (r.) spielte zwischen 2010 und 2012 für ALBA Berlin in der Beko BBL © imago

DBB-Guard Lucca Staiger spricht bei SPORT1 über seinen Anteil an der Quali, Bundestrainer Pesic und die Chancen bei der EM.

Von Annette Bachert

München - Acht Spiele, acht Siege - und das in beeindruckender Manier.

Das DBB-Team von Trainer Svetislav Pesic hat die EM-Qualifikation ungeschlagen überstanden und fährt mit Weißer Weste zur Endrunde. (DATENCENTER: Die EM-Qualifikation).

Ein Garant für den Erfolg war Shooting Guard Lucca Staiger.

Nach zweieinhalb enttäuschenden Spielzeiten bei ALBA Berlin, mit durchschnittlich zehn Minuten Spielzeit in 71 Partien, startet der 24-Jährige nun wieder durch - in der Nationalmannschaft und in der Beko BBL.

Im SPORT1-Interview spricht Lucca Staiger über die Erwartungen für die EM, die Stärken und Schwächen des Teams, Dirk Nowitzki und den Einfluss von Trainer Svetislav Pesic.

SPORT1: Herr Staiger, Deutschland ist bis zum Spiel in Schweden, als der Gruppensieg bereits feststand, ohne einen Crunch-Time-Krimi durch die EM-Quali gestürmt. Welche Vor- und Nachteile hat es perspektivisch, diese doch leichte Gruppe erwischt zu haben?

Lucca Staiger: Anstatt die Gegner schlecht zu reden, kann man viel eher sagen, dass wir einen guten Job gemacht haben. Die Mannschaft kann zufrieden sein, weil wir uns auf jedes Spiel richtig gut vorbereitet haben. Zudem waren wir zu jeder Zeit topfit.

SPORT1: Aber alle Siege schienen leicht und souverän...

Staiger: Trotzdem hatten wir in jedem Spiel Phasen, wo wir nicht unser Bestes gezeigt haben. Luft nach oben ist also sicherlich da. Wir haben einen sensationellen Trainer und eine schlaue Mannschaft, in der jeder weiß was zu tun ist.

SPORT1: Und wo kann sich das Team verbessern?

Staiger: Wir müssen in der Verteidigung konstanter werden. Und offensiv gibt es Phasen, in denen es sehr wichtig ist, die Systeme ordentlich zu durchlaufen und nicht zu früh auszusteigen.

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SPORT1: Svetislav Pesic hat gesagt, er wolle, dass jeder Spieler in der letzten Partie ein besserer ist als noch vor dem Trainingslager. Wo erkennen Sie bei sich Verbesserungen?

Staiger: Zunächst einmal bei der Spielzeit! Lange Zeit habe ich nicht gespielt - doch zuletzt habe ich eine große Rolle gespielt. Es ist unglaublich, wie viele Freiheiten der Trainer den Spielern auf dem Feld gibt - gleichzeitig aber die Kontrolle über alle hat. Das ist einzigartig und sicherlich auch ein bisschen der Schlüssel zu unserem Erfolg.

SPORT1: In der FIBA-Weltrangliste liegt Deutschland auf Platz 13, nur sieben europäische Nationen liegen davor. Was kann dieses Team in Slowenien ohne Dirk Nowitzki tatsächlich erreichen?

Staiger: Wenn wir uns erneut sehr gut vorbereiten, können wir ein Überraschungsteam sein und eine große Rolle im Turnier spielen.

SPORT1: Und sollte sich Dirk Nowitzki doch entscheiden dabei zu sein?

Staiger: Das wäre natürlich gut für uns. Es ist aber sehr schwierig zu sagen, ob man mit ihm mehr oder weniger erreichen könnte. Im Nachhinein kann es immer heißen, mit Nowitzki hätten wir besser gespielt oder die Partien deutlicher gewonnen. Das sind Spekulationen. Klar ist dagegen: wir hätten ihn gerne in der Mannschaft.

SPORT1: Was hat sich seit dem Trainer-Wechsel von Dirk Bauermann zu Pesic verändert?

Staiger: Wir spielen jetzt einen viel schnelleren Basketball. Unsere Freiheiten in der Offensive sind viel größer geworden und wir sind ständig dabei, den Gegner nicht an den Ball kommen zu lassen.

SPORT1: Von Berlin sind Sie in diesem Sommer nach Ludwigsburg gewechselt. Was versprechen Sie sich davon?

Staiger: Für mich hat in Ludwigsburg das Gesamtpaket gepasst. Ob Verein, ob Trainer - ich bin dort gut aufgehoben und kann eine große Rolle spielen. Ich denke, dass ich in Ludwigsburg die Freude am Basketball finden werde. Das ist die Hauptsache.

SPORT1: Welche Ziele haben Sie sich für das kommende Jahr gesetzt?

Staiger: Mein persönliches Ziel ist das Erreichen der Playoffs. Wir können einige Mannschaften in der Beko BBL überraschen und eine Rolle spielen.

SPORT1: 2009 haben Sie gesagt, Sie glauben daran, es in die NBA zu schaffen. Ist das noch ein Thema für Sie?

Staiger: Erst einmal gar nicht, nein. Zunächst will ich die Quali mit der Nationalmannschaft beenden, danach muss ich so schnell wie möglich in Ludwigsburg den Anschluss finden. Über die NBA denke ich momentan überhaupt nicht nach.

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