Philipp Schwethelm (2. v. l.) wechselte 2012 vom FC Bayern zu ratiopharm Ulm © imago

Nach dem Erfolg gegen Luxemburg fehlt Schwethelm und Co. ein Sieg zum EM-Ticket. Pesic warnt allerdings vor den Bulgaren.

Trier/München - Die Reisestrapazen hielten sich diesmal in Grenzen. Ganze 45 Kilometer mussten die deutschen Basketballer hinter sich bringen, um an den nächsten Spielort zu kommen.

Von Luxemburg nach Trier ist es ein Katzensprung. Keine lange Busfahrt, kein Flug durch Zeitzonen, ausgeruht kann die Mannschaft von Bundestrainer Svetislav Pesic das vielleicht entscheidende sechste Spiel in der EM-Qualifikation angehen.

Mit einem Sieg gegen Bulgarien am Mittwoch wäre das Ticket für die Endrunde in Slowenien (4. bis 22. September 2013) vorzeitig gelöst.

Die gute Mischung macht's

Fünf Siege aus fünf Spielen, blitzsauber ist die Bilanz der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB).

Dennoch herrschte am Sonntag nach dem 95:67 (49:37) in Luxemburg keine ausgelassene Feierstimmung auf dem Parkett (BERICHT: Kantersieg bringt DBB-Team EM ganz nah).

Aufgrund der Konstellation in der Gruppe B ist es möglich, mit Niederlagen in den drei aussstehenden Quali-Spielen noch zu scheitern - zumindest theoretisch.

Pesic will den nächsten Sieg, dann erübrigen sich alle Rechenspiele. Tritt seine junge Mannschaft wie zuletzt auf, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Vor allem die Einstellung gefällt dem Erfolgscoach: "Der Kern des Teams ist Anfang 20, dazu kommen nur zwei erfahrene Spieler. Erfahrung ist zwar wichtig, aber die Mannschaft kompensiert sehr viel mit Enthusiasmus."

Pesic nur bedingt zufrieden

Souverän hat das DBB-Team seine bisherigen Aufgaben gemeistert. Auch auswärts in Bulgarien und Aserbaidschan, nach teilweise langen Trips.

Nicht immer hat die junge Mannschaft dabei geglänzt, und doch gab es ausschließlich klare Siege. So auch am Sonntag beim Außenseiter Luxemburg. Völlig zufrieden konnte Pesic mit dem Auftritt im ausverkauften Centre National Sportif aber nicht sein.

"Wir haben lange gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Unsere erste Hälfte war alles andere als perfekt", sagte der 63-jährige Serbe: "Erst im zweiten Durchgang haben wir nach einiger Zeit defensiv aggressiver gespielt und die Kontrolle gehabt."

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Pesic warnt vor Bulgarien

Gefährdet war der Sieg beim Schlusslicht nie, doch Pesic denkt bei seiner Analyse natürlich schon einen Schritt weiter (DATENCENTER: Die EM-Qualifikation).

Im Vergleich zum mit Abstand schwächsten Qualifikationsgegner Luxemburg, der ausschließlich Amateure im Aufgebot hat, ist Bulgarien ein ganz anderes Kaliber.

Im eingebürgerten Amerikaner Cedric Simmons hat der EM-Teilnehmer von 2011 einen echten Ausnahmekönner in seinen Reihen. Beim Hinspiel in Sofia setzten sich die DBB-Riesen vor knapp zwei Wochen trotz der 21 Punkte des früheren NBA-Profis klar durch, erneut gelingt dies aber nur mit voller Konzentration.

"Es gibt nie zwei gleiche Spiele. Erst, wenn wir auch zu Hause gegen Bulgarien gewinnen, ist der Sieg in Bulgarien etwas wert", sagte Pesic.

Dazu gehe es für die Gäste um Alles oder Nichts: "Das ist sehr gefährlich. Wir müssen uns sehr gut vorbereiten und fokussiert sein, um zu gewinnen."

Noch ein Sieg zum Ticket

Deutschland führt in der Tabelle derzeit mit zehn Punkten vor Aserbaidschan, Bulgarien (beide 9), Schweden (8) und Luxemburg (6).

Mit einem Erfolg in der Arena Trier wären dem DBB-Team schon 14 Punkte sicher, da es für auch jede Niederlage einen Zähler gibt. Dies reicht mindestens für den zur sicheren Qualifikation notwendigen zweiten Platz.

Die Flüge nach Slowenien könnten fast auf den Tag genau ein Jahr vor dem EM-Auftakt gebucht werden.

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