Die Gala gegen Galatasaray macht Appetit auf die Top 16. Pesic lehnt die Außenseiter-Rolle ab, Djedovic das Bamberg-Syndrom.

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Vom FC Bayern berichtet Eric Böhm

München - Sie haben Svetislav Pesics Test bestanden.

Trotz feststehender Qualifikation für die Top 16 der Turkish Airlines Euroleague setze der FC Bayern München im letzten Vorrundenspiel mit dem 88:68 über Galatasaray Istanbul (Bericht) noch ein Signal an die Konkurrenz.

Auf die Frage, was der Coach in dem eigentlich bedeutungslosen Spiel noch sehen wollte, antwortete Topscorer Nihad Djedovic bei SPORT1: "Charakter. Wir wollten zeigen, dass wir aus eigener Kraft weiterkommen können und auch Istanbul schlagen können."

Schlüsselspieler fehlen

Natürlich waren die Türken ohne Motivation und Schlüsselspieler wie Pops Mensah-Bonsu (gesperrt) und den kurzfristig erkrankten Star Carlos Arroyo kein echter Prüfstein. (DATENCENTER: Ergebnise und Tabelle)

Moral und Selbstvertrauen für die Hammer-Zwischenrunde mit Starensemble Real Madrid, Milos Teodosics ZSKA Moskau oder Maccabi Tel Aviv gab der dominante Auftritt aber in jedem Fall.

"Wir sind kein Außenseiter mehr. Speziell hier sind wir schwer zu schlagen. Wir waren schon gegen Olympiakos besser", sagte Pesic - und verwies auf die auch europaweit anerkannten zwei starken Auftritte gegen Titelverteidiger Piräus.

Gleich in der ersten Saison in der "Königsklasse" zog der Spitzenreiter der Beko BBL als einziger deutscher Vertreter in die nächste Runde ein.

Beste Offensiv-Rebounder

Abgesehen von dem enttäuschenden Heimspiel gegen Zielona Gora lieferten die Münchner stabile Leistungen - trotz einiger knapper Pleiten - und sind sogar die besten Offensiv-Rebounder der Euroleague.

"Nach den fünf Niederlagen wollten wir natürlich noch einmal gewinnen und unsere Klasse zeigen. Das haben wir schon den Fans geschuldet", sagte Nationalspieler Robin Benzing.

Diese individuelle Klasse war gegen die frenetisch angefeuerten Türken zu sehen. Wenn Pesics Umschaltspiel läuft, kann Bayern jedem Gegner Punkte einschenken.

Die Balance aus Dreiern (diesmal zehn) und dem aggressiven Spiel am Brett des Kontrahenten (13 Offensiv-Rebounds) ist eine starke Mischung, weil viele Spieler wie Djedovic oder Bryce Taylor beides beherrschen.

Nicht wie Bamberg

"Wir können sehr stolz auf unsere Leistungen sein. Ohne Qualität kannst du das nicht schaffen. Das sind unschätzbare Erfahrungen in einer so starken Gruppe. Diese Mannschaft hat großen Willen gezeigt", meinte Pesic lobend.

Dazu kommt, dass sich die Aura des Siegers von Pesic allmählich auf die Mannschaft überträgt, entsprechend ist der Truppe nicht bange vor großen Kalibern.

Eine Serie wie Bamberg (14 Niederlagen) in der vergangenen Saison und die psychischen Folgen fürchten sie nicht.

Im Gegenteil: Stellvertretend spricht Djedovic von "Vorfreude" man habe "absolute Topspieler im Kader, die zweimal pro Woche spielen können, auch wenn es schwer wird."

Pesic warnt

Zwar warnt Pesic vor "Patzern", die in der Liga kommen werden, aber bisher hat sein tief besetzter Kader die Englischen Wochen wirklich gut weggesteckt.

Gegen Galatasaray meldete sich zudem John Bryant gleich zu Beginn stürmisch zurück. Nach auskurierter Grippe verbuchte er alle acht Punkte und sechs seiner elf Rebounds im ersten Viertel - die Gäste waren sofort um ihren Rhythmus gebracht.

Mit ihm war der eigene Korb deutlich weniger angreifbar als zuletzt. Für eine Tendenz ist es nach dem Sieg über das Rumpfteam des türkischen Meisters aber zu früh.

"Spaß machen"

Trotzdem sieht Allrounder Djedovic für die weiteren Duelle mit dem Kontrahenten vom Bosporus, der in der gleichen Gruppe spielt, nun "im Vorteil."

Zwar betonte auch der Bosnische Nationalspieler, dass "es keine Pflicht ist, unter die Top Acht zu kommen", die Kür solle vor allem "Spaß machen."

Die von Pesic immer wieder beschworene Weiterentwicklung ist das Ziel. Und vielleicht ist ja die eine oder andere Überraschung.

Auf den Geschmack sind die Bayern auf jeden Fall gekommen.

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