Chris Fleming trainiert die Brose Baskets Bamberg bereits seit 2008 © imago

Kaum Zeit zur Freude: Nur Stunden nach dem Harris-Coup ist Bamberg in Mailand gefordert. Die Top 16 sind dabei fest im Blick.

Von Manuel Endress

München/Mailand - Eigentlich sollte alles auf das Spiel gegen Armani Mailand ausgerichtet sein.

Bambergs Trainer Chris Fleming hatte vor dem Vorrundenspiel gegen die Italiener in der Turkish Airlines Euroleague (20.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) den Fokus nur auf das Sportliche ausgelegt.

Doch dann kam am Morgen vor dem Spiel heraus, dass Elias Harris die Franken verstärken wird. Der deutsche Nationalspieler kehrt nach Jahren an der Gonzaga University in Spokane und seinem kurzen Gastspiel in der NBA bei den Los Angeles Lakers nach Deutschland zurück (DATENCENTER: Ergebnise und Tabelle).

"Er ist ein hochkarätiger deutscher Nationalspieler mit großem Potenzial", freut sich Bambergs Manager Wolfgang Heyder bei SPORT1.fm über den Transfercoup.

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Schlechte Erinnerungen an Italien

Doch bei all der Freude über den Erfolg auf dem Transfermarkt steht noch die Partie in Mailand an. Und die Erinnerungen an Duelle in Italien sind in Bamberg alles andere als erfreulich.

Lang ist es her, dass die Brose Baskets gegen ein Team von jenseits des Brenners als Sieger das Parkett verließen.

Im Dezember 2005 gewann der Deutsche Meister gegen Benetton Treviso. Es blieb der einzige Erfolg. Dem gegenüber stehen inzwischen acht Niederlagen.

Top 16 im Visier

In Mailand hat das Fleming-Team die Gelegenheit, die Negativstatistik aufzubessern. Auf fremdem Parkett peilen die Baskets den zweiten Auswärtserfolg hintereinander an.

Durch den Überraschungscoup bei Efes Istanbul am vergangenen Spieltag haben die Franken alle Chancen, aus eigener Kraft in die Top-16-Runde einzuziehen.

Nicht nur deshalb ist ein Erfolg äußerst wichtig. Auch der Italien-Fluch wäre vorerst besiegt.

Außen gut verteidigen

Dass die Gastgeber jedoch kein einfach zu spielendes Team sind, hat das Hinspiel gezeigt. In eigener Halle setzte es eine 62:76-Niederlage.

"Es ist wichtig, dass wir als Kollektiv kompakt auftreten und in der Defensive die starken Außen gut verteidigen", sagt Chris Fleming im Gespräch mit SPORT1.

Denn Emporio verfügt mit Curtis Jerrells, Keith Langford und Alessandro Gentile über treffsichere Akteure von jenseits der Dreier-Linie.

Ford-Ausfall kann kompensiert werden

Aber der Bamberger Coach will sich nicht zu viel am Gegner orientieren. Vielmehr setzt Fleming auf die eigene Schlagkraft: "In der Offense müssen wir den Ball gut und schnell bewegen. Dann haben wir eine Chance."

Dabei wiegt der Ausfall von Sharrod Ford auf Bamberger Seite immer noch schwer. Der Amerikaner muss aufgrund einer Knieverletzung acht Wochen pausieren.

"Wir hätten ihn natürlich sehr gerne im Team gehabt, aber die Mannschaft muss und kann den Ausfall kompensieren. Das hat sie gegen ALBA bereits gezeigt", weiß der Coach.

Bamberg mit guter Form

Dass die Brose Baskets zuletzt als Team funktionierten und mit acht Bundesliga-Siegen in Folge zu alter Stärke zurück gefunden haben, liegt auch an der guten Form einzelner Spieler.

Novica Velickovic ist nach auskurierter Verletzung in die Starting-Five gerückt und überzeugt bislang auch seinen Coach. "Seitdem er wieder fit ist, macht er seine Sache richtig gut", lobt Fleming.

Gastgeber ohne Samuels

Ein Vorteil, der für einen Bamberger Erfolg spricht, ist neben der aktuellen Form, auch die Tatsache, dass der Gegner auf Samardo Samuels verzichten muss.

Der Jamaikaner brach sich im letzten Euroleague-Spiel die Hand. Mit 13 Punkten war der 2,06 Meter große Forward im Hinspiel maßgeblich am Mailänder Sieg beteiligt.

"Er hat uns wehgetan. Durch seinen Ausfall wird Emporio etwas kleiner Spielen. Das dürfte ein Vorteil für uns sein. Aber natürlich sind sie auch ohne Samuels stark", sagt Fleming.

Nur 40 Stunden Pause

Sorgen bereitet dem Coach unterdessen der Kräfteverschleiß. Bereits am Sonntag geht es für Bamberg bei ratiopharm Ulm wieder um Beko-BBL-Punkte.

Zwischen den Partien in Mailand und Ulm liegen gerade einmal 40 Stunden, was für das Team mit all den Reisestrapazen einen enormen Kraftakt bedeutet.

Dazu Fleming: "Wir müssen damit klar kommen. Wir versuchen das Beste daraus zu machen und uns dadurch schon mal auf die kurzen Abstände in den Playoffs vorzubereiten."

Die Playoffs sind noch weit entfernt. Aktuell zählt nur ein Sieg in Mailand, um die Ausgangslage in der Euroleague weiter zu verbessern.

Und dann wäre da ja noch der Transfercoup mit Elias Harris.

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