Anton Gavel spielt seit 2009 bei Bamberg © getty

Vor dem Euroleague-Match in Istanbul gibt sich Gavel bei SPORT1.fm forsch - trotz zweier Hammeraufgaben binnen 48 Stunden.

Von Patrick Mayer

München/Istanbul - Monster-Programm für den Meister: Die Brose Baskets Bamberg treten an diesem Freitag (ab 19.30 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und im LIVESTREAM) in der Turkish Airlines Euroleague bei Anadolu Efes Istanbul an.

Keine 48 Stunden später gastiert ALBA Berlin "zur Mutter aller BBL-Spiele" in Bamberg, wie die Franken das Duell mit dem Tabellen-Siebten (ab 16.45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 und im LIVESTREAM) der Beko BBL im Vorfeld tauften.

Durchatmen ist bei diesem straffen Programm nicht drin.

Den Bambergern um Anton Gavel ist das in diesen Tagen aber gerade recht - der Meister kommt nach zähem Saisonstart erst so richtig in Fahrt. Mit einem 73:59 im Spitzenspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg zogen sie in der Liga an den Norddeutschen auf Rang zwei vorbei.

Ford fällt aus

Und jetzt will das Team auch auf Europas Bühne wieder in die Spur finden.

"Wir sind gewohnt, dass wir bis zu drei Spiele in der Woche haben, das ist auch besser: Jeder Spieler mag es zu spielen und nicht zu trainieren", sagt Combo-Guard Anton Gavel im Gespräch mit SPORT1.fm.

Doch die Bamberger haben eine Hypothek im Gepäck: Forward Sharrod Ford fällt für die kommenden Wochen verletzt aus. Er war in Oldenburg in einer Angriffsaktion unglücklich umgeknickt.

"Er hat eine Knieverletzung. Die genaue Diagnose der Ärzte steht noch aus", schilderte Manager Wolfgang Heyder auf Nachfrage von SPORT1. "Er wird voraussichtlich vier bis fünf Wochen ausfallen. Das ist sehr ärgerlich, vor allem, weil Novica Velickovic gerade erst wieder zurückgekehrt ist."

Starke Türken

Velickovics' Rückkehr ist wichtig. Doch der Ausfall von Ford wiegt schwer. Er war bisher der zuverlässigste Rebounder des Meisters - und hätte in Istanbul Kerem Gonlum unter dem Korb beschäftigen sollen.

Der erfahrene Forward und türkische Nationalspieler meldete sich rechtzeitig zum Spiel gegen die Franken fit, die das Hinspiel mit 88:86 gewannen.

Doch während Bamberg die darauffolgenden Partien schwächelte, stürmten die zu Hause noch ungeschlagenen Türken auf Rang zwei der Vorrundengruppe B (DATENCENTER: Euroleague).

Ein Umstand, der Velickovic freilich wenig interessiert: "Auch wir haben Qualität und wir wissen, wie wichtig das Spiel ist. Wir schauen nach vorne, versuchen zu gewinnen. Das ist alles", sagt er.

Weitere Steigerung gefordert

Auch der Head Coach, der sein Team in dieser Saison ungewohnt scharf kritisierte, ist zuversichtlich.

"Wir haben unsere Leistung in den letzten Spielen sicherlich gesteigert und wie wollen uns weiter steigern", meint Chris Fleming.

Am Donnerstagabend analysierten die Bamberger den Gegner per Video. Sie seien taktisch top vorbereitet, versichert Gavel im Gespräch mit SPORT1.fm und schildert die Vorgabe:

"Es reicht nicht, wenn wir nur 35 Minuten gut spielen wie gegen Real Madrid, sondern das ganze Spiel. Wenn wir das schaffen, können wir selbst solche Mannschaften schlagen."

Istanbul ist nicht Madrid

Gegen Madrid, eine der besten Mannschaften Europas, war Bamberg nah dran, um dann nach einem Horrorfinale mit 20 Punkten Unterschied zu verlieren.

Istanbul ist nicht Madrid - und das Selbstbewusstsein der Franken neu entfacht. Bei einem Sieg werden sie dieses mitnehmen ins Spitzenspiel der Liga. ALBA wartet - und mit den Berlinern die Chance, den Bayern an der Spitze weiter auf die Pelle zu rücken.

"Sie haben von Anfang an gezeigt, wie stark sie sind", sagt Gavel mit Blick auf die Münchner. "Es ist aber unfair den anderen Mannschaften gegenüber zu sagen, dass nur die Bayern uns schlagen können. Es gibt vier, fünf Mannschaften, die Meister werden können." Dazu zählt er auch die Hauptstädter.

Auf Anton Gavels Fähigkeiten wird es in beiden Spielen ankommen. Er gibt die Marschrichtung vor: "Wer Titel gewinnen will, muss erstmal uns schlagen."

Das gilt für die Euroleague und für die Liga.

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