Euroleague-MVP Vassilis Spanoulis wurde 2009 und 2012 zum wertvollsten Spieler der griechischen Liga gewählt © imago

Der Regisseur von Champion Piräus spricht bei SPORT1 über sein Jahr in Houston, den EM-Triumph über Nowitzki und die Zukunft.

Von Florian Pertsch

Der König von Europa pfeift auf die NBA.

Vassilis Spanoulis, 2013 nach dem zweiten Triumph von Olympiakos Piräus zum wertvollsten Spieler der Turkish Airlines Euroleague gewählt, weint seiner Zeit in Nordamerika keine Träne nach.

Bei den Houston Rockets zog der Spielmacher 2007 nach nur einer Saison mit durchschnittlich 2,7 Punkten in nur 8,8 Minuten pro Partie die Reißleine. Dabei war "Kill Bill" nach seiner 22-Punkte-Show beim Sensationssieg der Griechen im WM-Halbfinale gegen die USA mit großen Vorschusslorbeeren nach Texas gekommen.

Was er wirklich drauf hat, wies Spanoulis anschließend in Athen nach. Zunächst bei Panathinaikos, seit 2010 beim Lokalrivalen Olympiakos Piräus. Mit den Grünen gewann er 2009, mit den Roten 2012 und 2013 Europas Königsklasse.

Im SPORT1-Interview der Woche spricht der 31-Jährige über die jüngsten Tumulte bei Piräus' Heimspiel gegen Galatasaray, bei denen er per Mikrofon die Fans beschwichtigte, sein Beinahe-Engagement bei den Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki und Pesic' Lob.

SPORT1: Svetislav Pesic hat Sie als den besten Spieler in Europa bezeichnet. Ist das ein Trick, um Sie noch mehr unter Druck zu setzen?

Vassilis Spanoulis: Ich weiß nicht. Er hat sehr viele Titel gewonnen und ist ein großer Trainer. Es ist eine große Ehre für mich, dass ein Trainer wie Herr Pesic so gut über mich spricht.

SPORT1: Beim Spiel gegen Galatasaray kam es kurz vor Schluss zu einer Prügelei auf dem Spielfeld zwischen ihrem Mitspieler Mirza Begic und Istanbuls Pops Mensah-Bonsu, die auch auf die Ränge übergriff. Hatten Sie Angst, dass die Lage noch weiter eskaliert? (DATENCENTER: Ergebnise und Tabelle)

Spanoulis: Es war ein unschöner Moment. Mirza Begic ist ein guter Typ. Ich habe gehört, dass das für Mensah-Bonsu ebenfalls gilt. Es ist nicht gut, dass solche Dinge passieren, denn es sind auch Familien in der Halle. Es ist keine gute Werbung für Basketball und Sport generell. Es war einfach ein schlechter Moment, der sehr selten vorkommt.

SPORT1: Sie sind der Kapitän. Haben Sie darüber mit Mirza und Georgios Printezis, der sich einmischte und ebenfalls für den Rest der Vorrunde gesperrt ist (News), gesprochen?

Spanoulis: Nein, sie sind erfahrene, erwachsene Leute. Sie wissen, was passiert ist, und es tut ihnen leid.

SPORT1: Sie haben für Panathinaikos gespielt und laufen jetzt für Olympiakos auf, die Teams mit der wohl größten Rivalität im Basketball.

Spanoulis: Ich will nicht mehr darüber reden. Ich spiele jetzt für Olympiakos und bin stolz, dass ich hier spiele.

SPORT1: Hatten Sie es nach dem Wechsel schwer bei den Fans?

Spanoulis: Nein, es war okay. Die Entscheidung habe ich mit klarem Kopf getroffen.

SPORT1: 2006/07 sind Sie für die Houston Rockets aufgelaufen. Viele sagen, Sie seien in der NBA gescheitert - bewerten Sie das genauso?

Spanoulis: Nein, wenn man in der NBA zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, kann man dort viel erreichen. Das war bei mir nicht so. Es war dennoch eine gute Erfahrung für mich.

SPORT1: Theodoros Papaloukas sagte, er wolle nicht in der NBA spielen, weil er dort 12. oder 13. Mann im Team wäre und keine große Rolle spielen würde. Er wolle lieber in Europa eine große Rolle bei starken Teams spielen und Titel gewinnen...

Spanoulis: Die Euroleague ist ebenfalls sehr stark. Der europäische Basketball entwickelt sich enorm. Einige NBA-Teams halten Ausschau nach europäischen Spielern, um Erfolg zu haben. Und das sagt viel über den europäischen Basketball. Man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

SPORT1: So wie Jeremy Lin, der 2012 aus dem Nichts heraus in New York zum Superstar wurde?

Spanoulis: Ja, er ist ein gutes Beispiel. Es hängt davon ab, ob der Coach dich mag und du ins System passt.

SPORT1: Was war Ihr größter persönlicher Erfolg in Ihrer Basketballkarriere?

Spanoulis: Ein Spieler zu sein, der auf höchstem Niveau spielt, um Titel mitspielt. Das erreicht zu haben ist sehr schön.

SPORT1: 2005 sind Sie im Finale gegen Nowitzki Europameister geworden. Haben Sie spezielle Erinnerungen an das Spiel gegen Deutschland?

Spanoulis: Es war ein großes Finale, das wir einfacher als das Halbfinale gegen Frankreich gewonnen haben. Wir begegneten einem sehr hartem Team mit viel Disziplin, Ehre und einem unglaublichen Spieler wie Dirk Nowitzki.

SPORT1: Sie hätten in der NBA zusammen mit Dirk Nowitzki spielen können, aber Dallas hat Sie getradet. Sind Sie traurig darüber?

Spanoulis: Nein, daran denke ich nicht. Es ist für mich nicht so wichtig.

SPORT1: Sie sind nun über 30 und haben fast Ihre gesamte Karriere in Griechenland verbracht. Denken Sie über einen Wechsel in eine andere Liga - vielleicht in die Beko BBL - nach?

Spanoulis: Ich habe erst einen Dreijahresvertrag hier unterschrieben. Ich bin sehr glücklich mit meinem Team und stolz darauf, für Olympiakos zu spielen.

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