Casey Jacobsen spielt seit 2009 für die Brose Baskets Bamberg © getty

Die Brose Baskets Bamberg verlieren nach hartem Kampf gegen ZSKA Moskau, haben aber noch alle Chancen auf die nächste Runde.

Aus Bamberg berichtet Eric Böhm

Bamberg - Der Überraschungscoup ist den Brose Baskets Bamberg trotz einer beherzten Leistung nicht gelungen.

Der Meister musste sich am 8. Spieltag der Euroleague ZSKA Moskau mit 89:97 (39:50) beugen, hat aber in der Gruppe D nach wie vor Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde (DATENCENTER: Die Euroleague).

Denn in den letzten beiden Partien warten noch Duelle mit den direkten Konkurrenten Lietuvos Rytas und Partizan Belgrad um Gruppenplatz vier und den Einzug in die Top 16.

Aus dem Starensemble des letztjährigen Vize-Champions ragte in der Stechert Arena Point Guard Milos Teodosic (19 Punkte, 9 Assists) heraus. Für die Gastgeber waren Casey Jacobson (18) und Bostjan Nachbar (15) die besten Akteure.

Teodosic-Taktik früh hinfällig

Die Bamberger legten einen couragierten Start gegen den haushohen Favoriten hin. Sie suchten immer wieder über Topscorer Nachbar und Center Maik Zirbes den Weg zum Korb.

Teddy Gipson hatte den Spezialauftrag erhalten, sich um den ehemaligen Euroleague-MVP Milos Teodosic zu kümmern. Der flinke Guard musste jedoch mit zwei schnellen Fouls früh auf die Bank.

Danach versuchte Anton Gavel (16 Punkte) mit mäßigem Erfolg, Teodosic - allein neun Punkte und vier Assists im ersten Spielabschnitt - zu bremsen.

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Der herausragende Serbe schloss wahlweise selbst ab oder bediente vor allem den US-Amerikaner Dionte Christmas (21 Zähler), der früh drei Dreier versenkte.

Moskaus tiefe Bank schafft Probleme

Deshalb stand nach dem ersten Viertel trotz des eigenen starken Angriffs ein 24:29-Rückstand zu Buche. Routinier Jacobson hielt die Franken in Schlagdistanz.

Der qualitative Unterschied wurde in der Folge allerdings deutlich. Die Moskauer konnten schließlich den NBA-erfahrenen Center Nenad Krstic (18 Punkte) von der Bank bringen.

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Teodosics Landsmann, der einst in einem Länderspiel gegen Griechenland als Stuhlwerfer zweifelhafte Berühmtheit erlangt hatte, half den Vorsprung der Gäste allmählich auszudehnen.

Zu viele Lücken

Coach Chris Fleming versuchte in der Verteidigung einige Varianten, aber die individuelle Klasse ZSKAs war kaum zu neutralisieren.

Vor der Pause kam in Sonny Weems (16 Zähler) dann auch ein weiterer Star mit NBA-Vergangenheit in Cheftrainer Ettore Messinas Truppe besser zur Geltung.

Trotz des gewohnt lautstarken Publikums in der "Frankenhölle" stand so ein zweistelliger Halbzeitrückstand.

Nachbar gibt einen Kick

Ein Dreier mit Foul durch Nachbar brachte Bamberg zu Beginn des dritten Viertels neue Hoffnung. Es entwickelte sich ein teilweise hochklassiger Shootout.

Auch in der Defensive lief es nun besser. Nach dem drei-Punkte-Spiel durch Nationalspieler Zirbes stand es plötzlich nur noch 58:60.

Plötzlich ließ sich Moskau auch von der fantastischen Kulisse beeindrucken. Vor den finalen zehn Minuten war alles wieder drin.

Junge Big Men halten dagegen

Beide Teams suchten immer wieder energisch den Weg zum Korb. Ein Klassenunterschied war nun nicht mehr zu erkennen.

Zirbes und der junge Philipp Neuman hielten sich gegen die großen Namen an den Brettern ausgezeichnet. Lediglich die größere Erfahrung und Coolness hielt die Gäste vorn.

Immer wenn sie einen Korb, einen Offensiv-Rebound oder einen Ballgewinn dringend brauchten, gelang dem sechsmaligen Titelträger der "Königsklasse" ein Big Play.

Weihnachten zu früh

Dass es auch im sechsten Anlauf nicht zu einem Sieg über die russischen Riesen reichte, lag in den Schlussminuten an deren Nervenstärke von der Freiwurflinie. Immer wieder zogen sie routiniert Fouls und nutzten ihre Möglichkeiten.

Weihnachten kam für die Brose Baskets letztlich eindeutig zu früh, denn Christmas' siebter Dreier brachte knapp zwei Minuten vor Schluss den vorentscheidenden 80:89-Rückstand.

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